Chemieindustrie Gewerkschaft fordert Drei-Tage-Woche für 60-Jährige

Drei Tage pro Woche arbeiten, bei fast vollem Gehalt: So will die Chemiegewerkschaft IG BCE ältere Beschäftigte länger im Beruf halten. Bezahlen sollen das Rentenkasse und Arbeitgeber.

Versammlung der IG BCE (Archivbild): Teilrente erwünscht
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Versammlung der IG BCE (Archivbild): Teilrente erwünscht


Düsseldorf/Berlin - Die Chemiegewerkschaft IG BCE will in den Tarifverhandlungen im kommenden Jahr kürzere Wochenarbeitszeiten für ältere Beschäftigte durchsetzen. "Ab 60 Jahren sollen künftig auch eine Drei- oder Vier-Tage-Woche möglich sein", sagte Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer Peter Hausmann der "Rheinischen Post". Es gehe darum, die Belastungen zu verringern, "dann können die Beschäftigten auch länger in den Betrieben gehalten werden".

Von der Rentenkasse sollen die Beschäftigten eine Teilrente, vom Arbeitgeber einen Lohnausgleich erhalten: "Wir wollen einen Lohnausgleich, damit die Arbeit für die Beschäftigten attraktiv bleibt", sagte Hausmann der Zeitung. "Hilfreich wäre es, wenn der Gesetzgeber eine Teilrente ab 60 möglich machen würde." Er erinnerte an die frühere Altersteilzeit, da habe es "rund 90 Prozent vom letzten Netto" gegeben. Das sei von den Beschäftigten gut akzeptiert worden.

Die Tarifkommission der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat am Dienstag über die Forderung beraten. Die Entscheidung über die konkrete Empfehlung soll im November fallen.

Das Thema Arbeitszeit soll auch in der kommenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie eine Rolle spielen. Die IG Metall hatte angekündigt, bei der zum Jahreswechsel anstehenden Metall-Tarifrunde neben höheren Löhnen auch neue Arbeitszeitmodelle durchzusetzen. Die Gewerkschaft will für möglichst viele Beschäftigtengruppen tarifvertragliche Arbeitszeitverkürzungen mit möglichst hohem Lohnausgleich herausholen.

stk/AFP/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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elwu 17.09.2014
1. Jawohl,
plündert die Rentenkassen nur immer weiter für die heutigen Rentner und rentennahen Jahrgänge. Bezahlen müssen das ja nur die mittleren und jüngeren Jahrgänge der Arbeitnehmer.
Nicht ausspionierbar 17.09.2014
2. Na sichi
Die Älteren arbeiten länger und die Jugend bleibt arbeitslos.
pefete 17.09.2014
3. Aha
Die 60-Jährigen sollen eine 3 tage Woche haben mit 24 Stunden Arbeitszeit, während Ihre Enkel leicht auf eine 40-45 Stunden Woche kommen! Toll.
fraumerkel 17.09.2014
4. immer nur die Rentner
die Rentenkasse muss bald für alle Ausgaben herhalten. Das wird ja immer doller....
Der_Franke 17.09.2014
5. Warun nicht?
Schließlich ist sich die Familienministerin auch nicht zu schade, die gleichen Forderungen für junge Familien zu stellen. Jung und gesund bei weniger Arbeit mit Lohnausgleich durch den Steuerzahler. Bei den 60 Jährigen kan man das wenigstens mit gesundheitlichen Gründen darlegen, damit diese bis 67 durchhalten. Aber bei jungen Familien? Da gibt es überhaupt kein Argument, außer mal wieder an dies Klientel Geschenke zu verteilen.
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