GfK-Index Inflation und Japankrise trüben Konsumklima

Höhere Preise, die Atomkatastrophe in Japan, politische Unruhen in Nordafrika und Nahost: Die Welt macht unsichere Zeiten durch - und den Deutschen verdirbt das die Kauflaune. Der Einkaufsindex der Gesellschaft für Konsumforschung ist leicht gesunken.

Schlussverkauf in Dresden: Mieser Konsumausblick
ddp

Schlussverkauf in Dresden: Mieser Konsumausblick


Nürnberg - Die Stimmung der deutschen Verbraucher verschlechtert sich. Zwar konnte die Anschaffungsneigung der Konsumenten ihr Niveau halten, die Konjunktur- und Einkommenserwartung jedoch sind leicht zurückgegangen. Das ergab die am Mittwoch veröffentlichte Konsumumfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK.

Im April sank der GfK-Index im Vergleich zum Vormonat leicht von sechs auf 5,9 Punkte. Für Mai rechnen die Konsumforscher mit einem weiteren Rückgang auf 5,7 Punkte.

Die Katastrophe im Atomreaktor Fukushima, und die Ereignisse in Libyen sorgten laut GfK für leichte Verunsicherung unter den Verbrauchern und überlagerten die "überaus guten Rahmenbedingungen im Inland, wie beispielsweise die positive Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt".

Gerade Deutschland als Exportnation sei in besonderer Weise auf ein ruhiges und sicheres weltwirtschaftliches Umfeld angewiesen, betonte die GfK. Hinzu kommen steigende Verbraucherpreise. Die Inflationsrate war im März um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen.

Positiv wirkten sich die guten Konjunkturaussichten auf das Verbraucherklima aus. Die Bundesregierung hatte kürzlich ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesetzt, im kommenden Jahr wird mit einem Wachstum von 1,8 Prozent gerechnet.

ssu/AFP

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insgesamt 5 Beiträge
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jonas_breymeier 27.04.2011
1. Fokushima als Grund?
Ich bezweifel doch das der Durchschnittdeutsche aufgrund von Fokushima weniger einkaufen geht. Warum auch? Ist nicht vielleicht eher der Grund, dass der Euro kurz vor dem Zusammenbruch steht und wir Deutsche die ganze Zeche zahlen dürfen? Zudem ist von Erholung auf dem Arbeitsmarkt für die meisten nichts zu spüren. Für ein besseres Konsumklima müssen wir daher raus aus dem Euro, das bürgen für fremde Schulden ablehnen, eine Volksabstimmung zum Vertrag zum Lissabon fordern. Hierfür hat sich übrigens eine neue liberale Partei formiert, der ich mich ebenso angeschlossen habe. Die Partei der Vernunft (PdV). Es wird Zeit, dass wir nach politischen Alternativen suchen!
SPr, 27.04.2011
2. .
Da sind den "Experten" ja jede Menge Gründe eingefallen, weshalb die Deutschen weniger Geld ausgeben. Nur den naheliegendsten Grund haben sie von vornherein kategorisch ausgeschlossen: Immer mehr Deutsche können sich nur noch das Allernötigste leisten! Aber es kann ja nicht sein, was nicht sein darf! Die Arbeitslosenzahlen verringern sich, also müssen ja alle mehr haben. Wen interessiert es dabei, dass die Aufstocker immer mehr werden und dass das gefeierte Jobwunder auf Minijobs und prekärer Leiharbeit beruht? Wenn man davor die Augen verschließen will, muss man natürlich die Gründe für nachlassenden Konsum an den Haaren herbeiziehen, und sei es aus Japan und Libyen.
rumpel84 27.04.2011
3.
Komisch. Inflation gibt es doch offiziell gar nicht.
Camarillo Brillo, 27.04.2011
4. ...
Zitat von rumpel84Komisch. Inflation gibt es doch offiziell gar nicht.
Warum sollte es keine Inflation mehr geben; und was bitte meinen Sie mit "offiziell" ... ??!!
bhayes 29.04.2011
5. Die Geldentwertungsrate ist in Wirklichkeit 5% oder mehr
Die politisch manipulierte Teuerungsrate gibt nur einen Teil der Geldentwertung wieder, nämlich den Teil, der sich in den Lebenshaltungskosten von Gering- und Mittelverdienern widerspiegelt und davon auch nur einen Teil. Der echte Teuerungswert ist ca. 0,5-1%-Punkte höher. Es gibt aber noch weitere 2-3%, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen und zwar das PLUS an Kaufkraft welches sich bei einer Geldentwertungsrate von 0% automatisch einstellt und zwar aufgrund des technischen Fortschritts sowie des zunehmenden Einkaufs in günstigeren Ländern. Siehe http://www.nein-zur-transferunion-fuer-stabiles-geld.de/wp-content/uploads/2011/03/UK.pdf, Kap. 5 für Details zu dieser Thematik. Obendrauf kommt noch die freche Zusatzsteuer, die man bezahlen muss, bloss weil man nominal mehr hat, ohne dass aber die Kaufkraft tatsächlich gestiegen ist. Man braucht ein nominales PLUS von ca. 8-10% (je nach Grenzsteuerzatz), um nur die gleiche Kaufkraft, die einem gerechterweise zustehen würde (also inkl. der Kaufkrafterhöhung durch den techn. Fortschritt), zu erhalten. So sieht es in Wirklichkeit aus.
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