Konsumklima Krisen verderben Deutschen die Kauflaune

Die Verbraucher in Deutschland verlieren den Optimismus: Ihre Kauflaune nimmt dem Gfk-Institut zufolge rapide ab, der entsprechende Index fiel stark. Schuld ist auch die Verunsicherung wegen der Krisen in der Ukraine und in Nahost.
Konsumenten in Elektro-Markt in Berlin: Teure Güter nicht mehr so begehrt

Konsumenten in Elektro-Markt in Berlin: Teure Güter nicht mehr so begehrt

Foto: © Thomas Peter / Reuters/ REUTERS

Berlin/Nürnberg - Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten verunsichern die deutschen Verbraucher zunehmend. Ihre Stimmung trübte sich zum zweiten Mal in Folge ein, teilten die Marktforscher des Gfk-Instituts mit. Der Konsumklimaindex für Oktober fiel um 0,3 auf 8,3 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Februar. Bereits im Vormonat war das Barometer derart stark gefallen. Sollte sich die Lage verschärfen, könnte der private Konsum seine Rolle als wichtige Stütze der Konjunktur verlieren, warnten die Konsumforscher.

"Vor allem die internationalen Krisen scheinen das Konsumklima derzeit etwas zu bremsen", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Verbraucher blickten skeptischer auf die Konjunktur und ihre künftigen Finanzen. Zudem lasse die Bereitschaft nach, teure Güter wie Möbel oder Fernseher zu kaufen.

Damit zeigt sich, dass die schlechten Nachrichten nun spürbar bei den Konsumenten angekommen sind. Der Rückgang ihrer Kauflaune im vergangenen Monat war der erste seit Januar 2013, nun verfestigt sich dieser Trend. "Die anhaltend angespannte geopolitische Lage hat den Optimismus weiter schwinden lassen", sagte Bürkl.

Konsumlaune immer noch überdurchschnittlich

Zuletzt hatte auch das Ifo-Geschäftsklima gezeigt, dass der deutschen Wirtschaft ein eher trüber Herbst bevorsteht. Die Stimmung in den Chefetagen sank bereits den fünften Monat in Folge und ist nun so schlecht wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Für das zu Ende gehende dritte Quartal rechnen die meisten Experten nur mit einer Stagnation oder einem leichten Wachstum.

Bei näherer Betrachtung ist die Entwicklung des Konsumklimas jedoch nicht an allen Stellen dramatisch. So gingen zwar die Erwartungen der rund 2000 befragten Verbraucher bezüglich der Konjunktur weiter zurück, allerdings nur um sechs Punkte. Im Vormonat war es noch ein Rückgang um 35 Punkte gewesen. Zudem liegt dieser Indikator immer noch um 4,4 Punkte über dem langjährigen Durchschnitt.

Ähnliches gilt für die individuellen Einkommenserwartungen der Verbraucher, die zwar leicht gesunken sind, angesichts eines stabilen Arbeitsmarkts, steigender Realeinkommen und der sehr niedrigen Inflation deutlich über den Durchschnittswerten der Vergangenheit liegen. Auch die niedrigen Zinsen lassen die Verbraucher ihr Geld lieber ausgeben, als es zu sparen.

fdi/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.