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27. Juli 2010, 11:14 Uhr

GfK-Konsumklima

Verbraucher sind in Sommerlaune

Das Sommerwetter, die Fußball-WM und die niedrigen Arbeitslosenzahlen schlagen sich in der Verbraucherstimmung nieder: Der GfK-Konsumklimaindex steigt deutlich. Jetzt rechnen die Befragten sogar mit höheren Einkommen.

Nürnberg - Verbraucher und Wirtschaftsexperten sind sich einig wie nie: Es geht aufwärts in Deutschland. Nach dem Rekordhoch beim Ifo-Geschäftsklimaindex ist jetzt auch das Stimmungsbarometer der Verbraucher stark gestiegen. Der Gfk-Konsumklimaindex werde im August auf 3,9 Punkte steigen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) am Dienstag in ihrer neuesten Konsumklimastudie mit. Zuvor waren die Experten von 3,6 Punkten ausgegangen.

Mit der guten Arbeitsmarktlage wachse die wirtschaftliche Zuversicht in vielen Haushalten und damit die Hoffnung auf höhere Einkommen, hieß es. Das gute Abschneiden der deutschen Fußballer bei der Weltmeisterschaft und das hochsommerliche Wetter hätten diesen Effekt noch verstärkt - und belastende Faktoren wie etwa das Sparpaket beinahe vergessen lassen.

So verzeichnen die Marktforscher in der Gesamtschau ein deutlich besseres Konsumklima als im Vormonat. "Der erfolgreiche Auftritt von Schweinsteiger und Co. in Südafrika sowie das sonnige Wetter mit hochsommerlichen Temperaturen haben die Bundesbürger in gute Laune versetzt", unterstrichen die Konsumforscher. Ein Teil des Umfragezeitraums fiel noch in die WM.

Deutlich zugenommen bei den Einzelindikatoren hat die Konjunkturerwartung. Der Indikator stieg um 31,3 Zähler auf aktuell 36,8. Ein höherer Wert sei zuletzt im Oktober 2007 gemessen worden. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 bedeutet dies sogar ein Plus von 50,8 Punkten. "Die Verbraucher erwarten, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft nicht nur weiter fortsetzt, sondern sogar noch an Dynamik gewinnt", heißt es bei der GfK.

Nur die Kauflust der Verbraucher hat etwas abgenommen

Neben psychologischen Faktoren stützten auch harte Fakten den Verbraucheroptimismus: Die Nachrichten vom Arbeitsmarkt würden von Monat zu Monat besser und Konjunkturforscher rechneten für 2010 mit immer mehr Wachstum.

Ausdruck für den wachsenden Optimismus sei auch die Erwartung vieler Verbraucher, demnächst wieder mehr Geld in der Tasche zu haben. So würden beim Indikator Einkommenserwartung die Verluste aus dem Juni mit einem Plus von 20,9 Prozent mehr als ausgeglichen. Aktuell liege der Indikator bei 29,1 Punkten. Im Vergleich zum Juli 2009 seien dies 27,3 Punkte mehr.

Ein kleiner Ausreißer sei lediglich die Kauflust. Der entsprechende Wert verbuchte leichte Verluste von 2,5 Punkten und rutschte damit auf 27,9, wie die GfK berichtete. Dennoch liege der Wert im langfristigen Durchschnitt. Der Grund dafür sei die Sonderkonjunktur vor allem der Unterhaltungselektronik vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft. Viele Verbraucher hätten sich etwa einen neuen Großbild-Fernseher geleistet. "Der geringe Rückgang der Anschaffungsneigung ist daher als eine Normalisierung zu werten", schreibt die GfK in ihrem Bericht.

yes/dpa

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