Gigantischer Schuldenberg Moody's droht USA mit Abstufung

Bislang genoss die weltgrößte Wirtschaftsmacht stets die höchste Kreditwürdigkeit - jetzt warnt mit Moody's bereits die zweite Rating-Agentur vor einer möglichen Herabstufung der USA. Der Druck auf Regierung und Kongress in den Haushaltsgesprächen steigt.
Kapitol in Washington: Druck zur Einigung auf Kongress steigt

Kapitol in Washington: Druck zur Einigung auf Kongress steigt

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New York - Nun stellt die zweite Rating-Agentur die Bonität der USA in Frage: Moody's warnt vor steigenden Risiken für die Kreditwürdigkeit des weltgrößten Schuldensünders. Sollte es bis Mitte Juli keine Fortschritte bei den US-Haushaltsgesprächen geben, werde das Rating wahrscheinlich herabgestuft, teilte Moody's am Donnerstag mit. Derzeit werden die USA mit der bestmöglichen Bonität "AAA" eingestuft.

Im April hatte bereits die mächtige Agentur Standard & Poor's die USA überraschend vor einem Entzug der Bonitätshöchstnote "AAA" gewarnt: Ihre Analysten senkten den Ausblick für die Bewertung der Kreditwürdigkeit auf "negativ" von zuvor "stabil".

Der Regierung in Washington droht in zwei Monaten die Zahlungsunfähigkeit, sollte es im Kongress keine Einigung zur Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze geben. Die USA hatten dieses Limit Mitte Mai erreicht und dürfen sich kein frisches Geld mehr leihen. Das Finanzministerium kann nach eigenen Angaben mit Hilfe von Sondermaßnahmen nur noch bis zum 2. August Mittel auftreiben, um Rechnungen zu bezahlen. Wird die Schuldengrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar bis zum Fristablauf nicht erhöht, droht der Staatsbankrott.

Präsident Barack Obama warnte bereits, in diesem Falle könnten die USA in eine Rezession rutschen und eine Finanzkrise lostreten, die schlimmer wäre als die jüngste. Die oppositionellen Republikaner zeigen sich zwar grundsätzlich bereit, die Grenze anzuheben, knüpfen ihre Zustimmung aber an deutliche Ausgabenkürzungen. Das US-Defizit wird in diesem Jahr voraussichtlich auf über 1,4 Billionen Dollar steigen und noch für mehrere Jahre über der Marke von einer Billion Dollar liegen.

Allerdings fand Moody's Warnschuss an den Aktienmärkten kaum Beachtung. Die US-Börsen notierten nach der Schelte weiter leicht im Minus. Börsenhändler zeigten sich in einer ersten Reaktion entspannt: Moody's habe nichts wirklich Neues mitgeteilt - und die Gelbe Karte für die USA sei längst überfällig.

fdi/Reuters/dpa/dapd
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