Korruptionsverdacht Marine verschiebt "Gorch Fock"-Festakt

Eigentlich sollte am Montag der 60. Jahrestag der Indienststellung der "Gorch Fock" gefeiert werden - das fällt nun ins Wasser. Nach den Korruptionsvorwürfen bei der Reparatur wird die Veranstaltung verschoben.
Die "Gorch Fock" auf der Kieler Woche (Archiv)

Die "Gorch Fock" auf der Kieler Woche (Archiv)

Foto: DB Michael Dietrich/ picture-alliance/ dpa

Die Bundesmarine hat den für Montag geplanten Festakt zum 60. Jahrestag der Indienststellung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" abgesagt. Grund ist ein Korruptionsskandal bei der Reparatur des Schiffes. Der Termin werde verschoben, sagte ein Sprecher. Näher will sich die Marine am Freitag äußern.

Die "Gorch Fock" wird seit Anfang 2016 von der Elsflether Werft auf einem Trockendock in Bremerhaven saniert. Ursprünglich waren dafür zehn Millionen Euro vorgesehen, dann wurde auf 75 Millionen erhöht, jetzt sind es 135 Millionen. Das hatte im Juni bereits den Bundesrechnungshof auf den Plan gerufen, der eine Prüfung einleitete.

Inzwischen ermittelt die Bundeswehr wegen Korruption. Ein Beamter des Marinearsenals Wilhelmshaven wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, da er von der ausführenden Werft und einer an der Renovierung beteiligten Firmen Geld angenommen haben soll.

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Segelschulschiff: Was wird aus der "Gorch Fock"?

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Nach SPIEGEL-Informationen hatte sich der Beamte, der als technischer Preisprüfer für die aufwendigen Arbeiten am Segelschulschiff eingesetzt ist, in den vergangenen Tagen selbst bei seinem Vorgesetzten gemeldet.

Die Obleute des Bundestags-Verteidigungsausschusses wurden am Mittwoch darüber unterrichtet. Am Donnerstag schaltete das Verteidigungsministerium die Staatsanwaltschaft Osnabrück ein.

brt/dpa