Finanzspekulationen Greenpeace-Umbau schafft Lücken im Kontrollsystem

Die Verluste von Greenpeace wegen missglückter Währungsgeschäfte führen zu einem Imageschaden. Innerhalb weniger Tage verlor die deutsche Sektion nach SPIEGEL-Informationen 700 Unterstützer. Hinter der Affäre steckt mehr als ein Einzelfall.

Greenpeace-Aktivisten besetzen den Rockall-Felsen im Nordatlantik: Greenpeace Deutschland fürchtet, durch den Umbau an Schlagkraft zu verlieren
DPA

Greenpeace-Aktivisten besetzen den Rockall-Felsen im Nordatlantik: Greenpeace Deutschland fürchtet, durch den Umbau an Schlagkraft zu verlieren


Greenpeace Schweiz, ebenfalls finanzstark, schrieb in einem Rundbrief an ihre Unterstützer von Bestürzung und Wut und bat "aus tiefstem Herzen um Entschuldigung".

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Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung hatte im Alleingang und unter Umgehung von Vorschriften Devisenterminkontrakte im Gesamtvolumen von 59 Millionen Euro abgeschlossen, um Währungsrisiken für Greenpeace zu minimieren. Als ein Teil der Kontrakte fällig wurde, war Europas Währung anders als erwartet im Vergleich zu vielen anderen gestiegen.

Hinter der Affäre steckt nach Informationen des SPIEGEL weit mehr als nur der folgenschwere Fehler eines Einzelnen. Die gesamte Organisation befindet sich im Umbruch. Greenpeace-Chef Kumi Naidoo will den Schwerpunkt der Arbeit, der traditionell in Industrieländern lag, in Länder wie Brasilien, China, Indien und nach Afrika verlegen. Kampagnen sollen nicht mehr zentral von Amsterdam geleitet, sondern an Landesbüros delegiert werden.

Bei Greenpeace Deutschland wehren sich laut SPIEGEL viele Campaigner gegen die Neuordnung. Sie fürchten, dass sie daheim die Schlagkraft verlieren, weniger eigene Akzente setzen können, wenn sie vorwiegend international eingesetzt werden.

insgesamt 27 Beiträge
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mustafa20 22.06.2014
1.
Zitat von sysopDPADie Verluste von Greenpeace wegen missglückter Währungsgeschäfte führen zu einem Imageschaden. Innerhalb weniger Tage verlor die deutsche Sektion nach SPIEGEL-Informationen 700 Unterstützer. Hinter der Affäre steckt mehr als ein Einzelfall. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/greenpeace-kontrollverlust-durch-umbau-der-umweltschutzorganisation-a-976718.html
Mir tun die Menschen leid, die Greenpeace auf den Leim gegangen sind - wie einer der Gründer meint: Greenpeace ist zum Sammelplatz von Neo-Marxisten geworden, die nicht "eine bessere Welt" wollen. Sie benutzen den guten Willen der Menschen aus, um politische Propaganda zu machen - das Umweltthema ist nichts anderes als ein Werkzeug dafür.
ruhepuls 22.06.2014
2. Immer das gleiche Phänomen
Ab einer gewissen Größe beginnen alle Organisationen - egal welchem Zweck sie dienen - mit einer "Eigendrehung". Der Selbsterhalt - und die dafür als notwendig erachteten Maßnahmen - nehmen einen immer größeren Raum ein. Ob Kirchens oder Gewerkschaften, Vereine (ADAC...), Parteien - oder eben auch Greenpeace, irgendwann agieren sie alle als gleich. Das ist der schiere Fluch der Größe: Um etwas zu erreichen muss man groß sein. Ist man aber groß, dann fällt der "Ernährung" der Organisation ein immer größerer Aufwand zu. Greenpeace besteht heute ja nicht nur aus ehrenamtlichen Aktivisten, sondern ist inzwischen ein durchaus beachtlicher Arbeitgeber mit diversen Verpflichtungen.
L!nk 22.06.2014
3.
Greenpeace ist das Ersatzgewissen für deren reiche Mitglieder - und den meisten dieser Klientel werden solche Praktiken nicht fremd sein.
anamarie 22.06.2014
4. eigentlich sollte jedes land für greenpeace
geld als umweltschutzvobeuge bereitstellen. so wäre auch die kontrolle besser. so, gesetzlich, wie mehrwertsteuer
waried 22.06.2014
5. Heilige Kühe
Darauf habe ich schon gewartet. Wieder muß eine heilige Kuh geschlachtet werden, wie weiland der ADAC. Allzuviel Lob der Medien ist immer verdächtig. Die Beispiele ließen sich fortsetzen, wie Timoschenko!
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