7,2 Prozent Defizit Griechenland bekommt Neuverschuldung nicht in den Griff

Im griechischen Haushalt klafft schon wieder ein gewaltiges Loch. Auch in den früheren Euro-Krisenländern Spanien und Portugal ist die Neuverschuldung weit höher als geplant.

Plakat im Zentrum von Athen
REUTERS

Plakat im Zentrum von Athen


Das Euro-Krisenland Griechenland bekommt die Sanierung der Staatsfinanzen nicht unter Kontrolle. Die Neuverschuldung stieg im vergangenen Jahr auf 7,2 Prozent der Wirtschaftleistung, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mitteilte.

Im Jahr zuvor konnte Athen noch eine positive Entwicklung vermelden und die Neuverschuldung auf 3,5 Prozent drücken. Die EU-Kommission hatte für 2015 ursprünglich aber einen noch schlechteren Wert von 7,6 Prozent erwartet.

Auch Defizitsünder Spanien hat weiterhin Budgetprobleme. Die Neuverschuldung sank 2015 zwar auf 5,1 Prozent der Wirtschaftsleistung; 2014 waren es noch 5,8 Prozent gewesen. Brüssel hatte allerdings mit 4,8 Prozent gerechnet. Die spanische Regierung hatte bereits am Dienstag angekündigt, das mit der EU vereinbarte Defizitziel auch in diesem Jahr weit zu verfehlen.

Auch für das ehemalige Euro-Krisenland Portugal wies Eurostat bedenkliche Zahlen aus. Das Defizit sank demnach zwar vom 7,2 Prozent im Jahr 2014 auf nun 4,4 Prozent. Dem Land war aber eine drastische Defizitrückführung auf 2,5 Prozent vorgegeben worden.

Spanien und Portugal hatten in den vergangenen Jahren eine tiefe Finanz- und Wirtschaftskrise durchlaufen. Sie drohen nach den aktuellen Defizitzahlen nun wieder unter verstärkten Spardruck der EU-Kommission und der EU-Finanzminister zu kommen.

ssu/dpa-AFX/Reuters



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