Griechenland Deutsche Firmen sollen Konten räumen

Der erste Regierungschef der Euro-Zone spricht offen über einen Austritt Griechenlands: Wenn bei der Wahl am Sonntag die Reformgegner gewinnen, will der slowakische Premier die Rückkehr zur Drachme fordern. Ein Unternehmensberater rät deutschen Firmen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen.

Geldautomat in Athen: "Bestände auf das nötige Maß reduzieren"
DPA

Geldautomat in Athen: "Bestände auf das nötige Maß reduzieren"


Frankfurt am Main - Aus Angst vor einem Bankenkollaps räumen viele Griechen ihre Konten leer. Führende Mitarbeiter der Geldinstitute sprechen von täglich bis zu 500 Millionen Euro, die abgezogen werden. Nach offiziellen Angaben beträgt die Gesamtsumme seit 2009 rund 80 Milliarden Euro. Auch deutsche Unternehmen seien gut beraten, ihre Kontostände bei Banken in Griechenland zu reduzieren, sagte nun Folker Trepte, Partner bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Es sei "ratsam, die Bestände in dem Land auf das notwendige Maß zu reduzieren".

Denn sollten die Reformgegner die Wahl an diesem Sonntag gewinnen, könnte Griechenland schon bald aus der Euro-Zone austreten. Das Linksbündnis Syriza hat angekündigt, bei einem Wahlsieg die Vereinbarungen mit EU und IWF aufzukündigen. Wenn die Geldgeber dann ihre Zahlungen einstellen, droht dem Land der Kollaps.

Die Regierung in Athen müsse dann relativ schnell eine eigene Währung einführen, sagte PwC-Experte Trepte: "Im Moment werden schon sehr viele Euro abgehoben." Er empfiehlt deutschen Unternehmen, ihre Geldbestände möglichst in Euro zu belassen, die Zahlungsfähigkeit in Griechenland aber sicherzustellen: "Das heißt, sie benötigen lokale Konten, über die sie, etwa mit griechischen Drachmen bei Austritt aus dem Euro, weiter am Geschäftsleben teilnehmen können." Allerdings sollte auf diesen Konten nur das Geld bleiben, das für den Geschäftsbetrieb unbedingt erforderlich ist.

Deutsche Bank rechnet nicht mit Griechen-Austritt

Die Deutsche Bank hält einen Euro-Austritt Griechenlands dagegen für unwahrscheinlich. Die Bank habe zwar intern mögliche Konsequenzen eines Euro-Austritts erörtert, jedoch mit der Überzeugung einer sehr niedrigen Wahrscheinlichkeit, sagte Finanzvorstand Stefan Krause am Donnerstag. Er übte scharfe Kritik an den Rating-Agenturen. Sie müssten transparenter agieren, um Vertrauen wieder herzustellen.

In Gesprächen mit Investoren sei Krause aufgefallen, dass die Besorgnis um die Zukunft des Euro umso mehr steigt, je weiter man sich von den Kernländern entfernt. Die Risiken eines Euro-Austritts seien sehr hoch, betonte Krause. "Wir wissen nicht, wie dann die Dominosteine fallen werden", erklärte er.

Slowakischer Regierungschef droht Griechenland

Die Finanzminister der Euro-Länder halten sich bereit, am Sonntag unmittelbar nach der Wahl in Griechenland über mögliche Konsequenzen zu beraten. "Jeder wird in Bereitschaft sein", sagte ein EU-Insider. Bevor das Wahlergebnis nicht feststehe, ist aber offiziell nichts geplant. Eine Telefonkonferenz sei jedoch "schnell einzuberufen", sagte ein Sprecher des Euro-Gruppen-Vorsitzenden Jean-Claude Juncker.

Bei einem Abweichen Griechenlands vom vereinbarten Reformweg dringt die Slowakei auf den Euro-Austritt des klammen Landes. Sollte Griechenland den in den Rettungsprogrammen festgelegten Auflagen nicht nachkommen, werde die Slowakei Griechenlands Austritt verlangen, sagte der slowakische Regierungschef Robert Fico. Das gelte insbesondere für die Rückzahlung der Kredite.

cte/dpa/Reuters

insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
systemfeind 14.06.2012
1. Bald ist Schluss
Zitat von sysopDPADer erste Regierungschef der Euro-Zone spricht offen über einen Austritt Griechenlands: Wenn bei der Wahl am Sonntag die Reformgegner gewinnen, will der slowakische Premier die Rückkehr zur Drachme fordern. Ein Unternehmensberater rät deutschen Firmen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838909,00.html
Schachtschneider und Hankel wurden von den Systemmedien totgeschwiegen . Nun wundern sich alle - der rechte Stammtisch hat erneut eine korrekte Prognose abgegeben. Wir brauchen keinen Oiro - wir brauchen keine Merkel und keine Nato .
herr_kowalski 14.06.2012
2. Ein guter und sinnvoller Ratschlag.
Zitat von sysopDPADer erste Regierungschef der Euro-Zone spricht offen über einen Austritt Griechenlands: Wenn bei der Wahl am Sonntag die Reformgegner gewinnen, will der slowakische Premier die Rückkehr zur Drachme fordern. Ein Unternehmensberater rät deutschen Firmen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838909,00.html
Er gilt selbstverständlich genauso für Deutschland. Wenn der Run auf die Banken beginnt ist es zu spät. Die Begrenzung der höchstmöglichen Bargeldabhebung an Automaten ist bereits im Gange. Brüssel lässt schön grüßen.
tdmdft 14.06.2012
3. werde die Slowakei Griechenlands Austritt verlangen,
ein klare Aussage. Mal sehen, wie lange die besteht. Zeit für einen großen Knall ist es auf jeden Fall. Vielleicht wacht die Politik dann endlich aus ihrer Traumwelt auf. Mit Geld kann man vieles kaufen, aber eben keine einheitliche Europa. Dazu brauch es strukturreformen in allen Ländern, und keine Notenpresse, die Europa mit Euros überschwemmt.
moev 14.06.2012
4.
Firmen die sich davon kalt erwischen lassen verdienen es auch nicht anders
hubertrudnick1 14.06.2012
5. Traumwelt
Zitat von tdmdftein klare Aussage. Mal sehen, wie lange die besteht. Zeit für einen großen Knall ist es auf jeden Fall. Vielleicht wacht die Politik dann endlich aus ihrer Traumwelt auf. Mit Geld kann man vieles kaufen, aber eben keine einheitliche Europa. Dazu brauch es strukturreformen in allen Ländern, und keine Notenpresse, die Europa mit Euros überschwemmt.
Ja, die Politik träumt nur von einer heilen Welt, aber was entscheidenes dafür tum möchten sie dann doch auch nicht. Es ist doch nur ein sehr wackliges Kartenhaus dieses Europa, aber zu verantworten haben all diejenigen es, die nur große Sprüche von sich gaben und die die Handlanger des Finanzkapitals sind und waren. Wie sagte nicht so schön heute der Herr Gysi: die Frau Kanzlerin Merkel läst sich vom Finanzkapital vorführen. Es wird schon lange nicht mehr der Gedanke Europa verfolgt, sondern nur noch die Interessen sehr weniger und die schaffen es dann auch, dass Europa zur Lachnummer gewordern ist, wobei einige recht gute Profite machen können. Man hat Europa verraten und verkauft. HR
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