Euro-Gruppe Griechenland erhält weiteren Milliardenkredit

Die Euro-Finanzminister geben einen Teil der nächsten Hilfszahlungen für Griechenland frei. Für weitere geplante 1,7 Milliarden Euro steht eine Zustimmung noch aus.

Griechische Ein-Euro-Münze (Symbolbild)
DPA

Griechische Ein-Euro-Münze (Symbolbild)


Griechenland erhält eine weitere Finanzspritze. Die Euro-Finanzminister haben am Montag in Luxemburg einen Grundsatzbeschluss zur Freigabe von 1,1 Milliarden Euro gefasst.

Die Auszahlung könnte der Rettungsfonds ESM laut einem Statement der Eurogruppe am 24. Oktober beschließen. Für weitere 1,7 Milliarden Euro gebe es noch keine Zustimmung. Laut dem Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Jereon Dijsselbloem, liegt das an noch fehlenden Informationen aus Athen.

Die Auszahlung ist gekoppelt an die Erfüllung von 15 Reformschritten, den sogenannten Meilensteinen. Die EU-Kommission bescheinigte Griechenland, alle Bedingungen erfüllt zu haben. Einige Euro-Länder hatten jedoch Vorbehalte. Als Kompromiss wurde nun die Teilung der Rate vereinbart.

Griechenland hatte in einer dramatischen Finanzlage 2015 als Gegenleistung für weitere Hilfen von bis zu 86 Milliarden Euro weitreichende Reformen versprochen. Dabei geht es um Verkauf von Staatseigentum, die Senkung von Sozialausgaben und höhere Steuereinnahmen.

Vor der Auszahlung einzelner Kredittranchen prüfen die Gläubiger jeweils, ob die Zusagen erfüllt sind. So sind aus dem dritten Hilfsprogramm inzwischen rund 28,9 Milliarden Euro geflossen, zuletzt 7,5 Milliarden im Juni. Die jetzt debattierten 2,8 Milliarden Euro wurden damals vorerst zurückgehalten.

msc/dpa/Reuters

insgesamt 19 Beiträge
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Becks0815 10.10.2016
1. Hallo Deutschland :)
Gewöhnt Euch schon einmal daran, weiterhin der Zahlmeister der EU zu sein und schaut ruhig dabei zu, wie die heimische Infrastruktur vor die Hunde geht und der Sozialstaat zerbricht, denn das ist der Preis des Euros. Da wurden Regionen unter einen Währungshut gepackt, welche völlig unterschiedliche Wirtschaftsleistungen aufweisen, und ihnen die Möglichkeit genommen, über Inflation/Abwertung ihrer Währung ihre Wirtschaft international rentabel zu halten. Jetzt zieht eben Deutschland als Lok Griechenland, Italien und andere schwächere Teilnehmer hinter sich her und erfreut sich eines durch eben diese Mitglieder geschwächten Euros. Wäre der Euro so stark wie der Franken, der solche Bremsen nicht besitzt, wäre der Exportweltmeister schnell gebremst. Das Ganze mit dem Transfer geht so lange, bis der Euro zerbricht, oder bis die Regionen sich leistungstmäßig angegglichen haben. Für Italien, Frankreich, Griechenland und (fast) alle bedeutet das ein wirtschaftlicher Aufschwung, für Deutschland unweigerlich das Gegenteil. So isses eben.
janell 10.10.2016
2. ich frage
mich oft was man wohl mit dem ganzen geld alles gemacht hätte gäbe es keine banken/wirtschaftskrise. wie würden heute straßen schulen radwege schwimmbäder kindergärten etc aussehen wäre das ganze geld das irgendwo als "staatshilfe" versickert noch im land?
zeisig 10.10.2016
3. Rege ich mich noch darüber auf?
Ja, schon noch. Aber wenn ich an 2015 denke - damals war die Aufregung und der Zorn in der Bevölkerung groß. Aber inzwischen sind Meldungen über neue Milliarden für Griechenland so normal wie eine Meldung über neue Milliarden für Bildung, Mütterrente oder Straßenbau. Die Kanzlerin kriegt uns alle klein, schon erstaunlich.
sebastian.teichert 10.10.2016
4. Hach ja
Vor ein paar Tagen noch man noch scheinheilige Artikel geschrieben das es zu bezweifeln sei, dass alles umgesetzt wurde. (Hab da schon geschrieben, dass es KEIN Zweifel über die Auszahlung gibt.) Und nun sehen wir es. Ich bin froh, dass ich im Moment nicht in Europa lebe und das nicht meine Steuern sind! :)
brux 10.10.2016
5. Toll
Irgendwann ist trotzdem Schluss. Echte Reformen gibt es in Griechenland nicht, es fehlt einfach an der richtigen Mentalität. Schon jetzt gibt es andere wichtigere Probleme und Merkel ist angezählt. Wenn die EU überleben will, muss sie Ballast abwerfen. Und Griechenland ist nicht system-relevant. Ich glaube, man wartet auf den entscheidenden Fehler der Griechen und der wird kommen.
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