Schuldenkrise Griechenland erwägt Bankenschließungen am Montag

Griechenland erwägt laut Finanzminister Gianis Varoufakis die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie eine Schließung der Banken am Montag. Das sagte der Politiker am Sonntag der BBC.

Finanzminister Varoufakis: Sorge um die griechischen Banken
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Finanzminister Varoufakis: Sorge um die griechischen Banken


Lange hat sich die griechische Regierung dagegen gesperrt, doch nun werden die griechischen Banken am Montag womöglich doch geschlossen bleiben. Das sagte Finanzminister Gianis Varoufakis am Sonntag dem britischen Sender BBC. Die Regierung in Athen denke auch über Kapitalverkehrskontrollen nach und werde beide Möglichkeiten über Nacht abwägen.

Unter Kapitalverkehrskontrollen versteht man zum Beispiel eine Obergrenze für Abhebungen am Geldautomaten oder Überweisungen ins Ausland. Mit solchen Maßnahmen soll das Bankensystem stabilisiert werden.

Auch griechische Medien berichten, das sich Griechenland auf Kapitalverkehrskontrollen vorbereite. Um 16 Uhr solle der Finanzstabilitätsrat des Landes zusammenkommen. Die griechische Zentralbank werde dabei wohl entsprechende Maßnahmen vorschlagen, die die Regierung dann absegnen sollte.

Wirklich überzeugt scheint Varoufakis davon noch nicht zu sein. Auf Twitter meldete er sich am Mittag mit dem Hinweis, dass Kapitalkontrollen innerhalb einer Währungsunion ein Widerspruch seien. Die griechische Regierung lehne das Konzept daher grundsätzlich ab.

Nach Ansicht von Experten sind die Kontrollen dagegen längst überfällig. In den vergangenen Monaten hatten die griechischen Banken unter gewaltigen Geldabflüssen zu leiden. Zuletzt hatte sich das Tempo dramatisch beschleunigt. Nachdem der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras am späten Freitagabend ein Referendum für den 5. Juli über ein von den internationalen Gläubigern gefordertes Sparpaket angekündigt hatte, waren am Samstag viele Menschen an die Geldautomaten geströmt, um ihre Ersparnisse zu sichern.

Auch politisch hatte sich die Lage am Samstag dramatisch zugespitzt. Nach der Ankündigung des Referendums hatten die Eurofinanzminister bei ihrem Treffen in Brüssel die Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Hilfsprogramms für Griechenland abgelehnt. Damit verfallen 15,5 Milliarden Euro, die bei einer Verlängerung noch aus dem Hilfsprogramm hätten ausgezahlt werden können.

stk/cvo/gec/Reuters

insgesamt 139 Beiträge
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dr. kaos 28.06.2015
1. Das Ende naht.
Hört endlich auf mit dieser unsäglichen Geschichte. GR ist pleite, also lasst diesen Staat endlich bankrott gehen und neu anfangen. Klar verlieren auch wir Geld, aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
bonner85 28.06.2015
2. Wie
Erstmal wird alles abgestritten... Dann wird zurück gerudert... Aber ich gehe davon aus, dass die beiden sich etwas dabei denken. Die Verzögerungstaktik hat einen guten Grund... Möglichst viel ELA-Kredite zu bekommen und Eurso bei Seite zu schaffen, bevor die Drachme kommt... Ich wette zudem 100 Euro, dass die Volksbefragung nicht stattfinden wird... Gehörte ebenfalls zur Taktik, da man wusste wie die Geldgeber reagieren werden... Man muss zugeben, schlauer als unsere Bauerntölpel sind die beiden definitiv...
Ton_Chrysoprase 28.06.2015
3. Was für ein Clown
Jetzt gibt's Bankenschließung und Kapitalverkehrskontrollen auch noch mit Ankündigung... Am besten erst für Mittwoch damit die Griechen auch noch Zeit haben einen Bank Run zu erleben und den dann der EU in die Schuhe zu schieben. Der Mann ist sowohl als Politiker als auch als Volkswirt ein kompletter Versager.
jgwmuc 28.06.2015
4.
alles viel zu spät. Vavourakis hat sich fürchterlich verzockt. kein ELA Geld mehr, das ist rausgeschmissenenes Geld, unser Geld, unsere Steuern.
iffelsine 28.06.2015
5. Bisschen spät Herr Varoufakis !
Andererseits hat er so seine Mitbürger noch fleissig mit EU-Steuerzahlers Bargeld versorgt ohne es zurückzahlen zu könn/müssen. Genial: Liebe EZB, liefere noch ein paar Milliarden (90 Milliarden waren es bisher), dann zahlen wir am Dienstag den IWF in cash ;o)
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