Etappenziel im Reformstreit Griechenland könnte Kredittranche bald bekommen

Die Prüfer der internationalen Geldgeber kehren in der kommenden Woche nach Athen zurück. Darauf haben sich die EU-Finanzminister geeinigt. Dringenden Geldbedarf hat Griechenland bis zum Sommer aber nicht.

Flagge vor dem griechischen Parlament
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Flagge vor dem griechischen Parlament


In der griechischen Schuldenkrise sind die Beteiligten der Auszahlung weiterer Hilfskredite einen Schritt nähergekommen. Die Eurofinanzminister hätten sich darauf verständigt, dass die Kontrolleure der internationalen Geldgeber-Institutionen in der kommenden Woche nach Athen zurückkehren, hieß es aus Kreisen der Euro-Gruppe und des griechischen Finanzministeriums.

Eine Einigung über das weitere Vorgehen könne dort dann schon innerhalb weniger Tage gefunden werden, hieß es weiter. Griechenland muss im Sommer Kredite in Milliardenhöhe zurückzahlen, was Athen nicht allein schultern könnte. Zur Freigabe weiterer Finanzhilfen sind allerdings noch einige Reformschritte nötig.

Weiter unklar blieb die Teilnahme des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dem bis Sommer 2018 laufenden Programm. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet aber fest damit: "Der IWF wird sich beteiligen."

Dringenden Geldbedarf hat Griechenland laut Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bis zum Sommer nicht. Im Juli wird die Rückzahlung von Krediten von über sieben Milliarden Euro fällig. An den ESM überwies Griechenland am Montag termingerecht zwei Milliarden Euro.

Weil die Wirtschaft Griechenlands zuletzt stärker wuchs als erwartet, dürfte das Hilfsprogramm kleiner als die im Sommer 2015 veranschlagten 86 Milliarden Euro ausfallen, sagte ESM-Chef Klaus Regling der "Bild"-Zeitung. Mit einer geringeren Summe wurde schon länger gerechnet, weil der Rekapitalisierungsbedarf der griechischen Banken weit unter den anfänglich veranschlagten 25 Milliarden Euro lag. Die EU-Kommission rechnet in Griechenland in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent.

msc/Reuters/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Flugor 20.02.2017
1. Gibt es eine Übersicht der bislang erfolgten Reformen?
Was mich interessieren würde wäre, in wieweit Reformen umgesetzt wurden, - welche die grassierende Steuerhinterziehung wirksam bekämpfen - ob der Bevölkerung erklärt wurde, warum es ohne gezahlte Steuern kein Geld vom Staat gibt - wie es mit dem Kataster aussieht (lehnt die Kirche das nicht ab?) - wie das Rentensystem aufgebaut ist und finanziert wird (Rentenpunkte, oder fest vorgegebene Rentenzahlungen, Umlagefinanzierung oder allgemeiner Steuertopf, ...) - Eintreibung bislang nicht gezahlter Steuern ...
Leser1000 20.02.2017
2. Weiter
Ich setze mich einmal in den Sessel eines "normalen " Griechen. Er erfährt aus dem TV, daß der SPD Kanzlerkandidat Schulz die Agenda 2010 teilweise rückabwickeln möchte; gleichzeitig soll er den Gürtel nochmals enger ziehen. Wie glaubwürdig ist das denn? Wohlgemerkt ich rede vom "kleinen " Griechen. Ob GR ansonsten alles richtig gemacht hat ist natürlich eine andere Frage. Ich denke um einen Schuldenschnitt wird man nicht herumkommen oder GR verlässt den Euro. Eine klare Entscheidung ist möglicherweise sinnvoller als ein Schrecken ohne Ende.
werjor 20.02.2017
3.
Zitat von FlugorWas mich interessieren würde wäre, in wieweit Reformen umgesetzt wurden, - welche die grassierende Steuerhinterziehung wirksam bekämpfen - ob der Bevölkerung erklärt wurde, warum es ohne gezahlte Steuern kein Geld vom Staat gibt - wie es mit dem Kataster aussieht (lehnt die Kirche das nicht ab?) - wie das Rentensystem aufgebaut ist und finanziert wird (Rentenpunkte, oder fest vorgegebene Rentenzahlungen, Umlagefinanzierung oder allgemeiner Steuertopf, ...) - Eintreibung bislang nicht gezahlter Steuern ...
https://youtu.be/svtOdajrkrs Vielleicht hilft ihnen das !
xifo 21.02.2017
4. Reformen ? Rettung ?
Reformen werden gemacht für WEN ? Für das Wohl des Volkes ? Oder für das Wohl der Banken ?Oder für das Wohl der Oligarchie ? Wenn die Reformen für das Volk gemacht sollen , dann wieso leidet das Volk seit 7 Jahren ? Wieso sind von heute auf morgen 2000000 Millionen Menschen , die meisten Junge Leute , Arbeitsloser ? Wieso sind von heute auf morgen 3200000 Millionen Menschen ausgeschlossen von jeder Sozialer Dienst,jeder Krankenversicherung ? Wieso müssen über 600000 Tausende Kinder unter der Armuts-Grenze leben ? Wieso sind gezwungen über 7000 Menschen an den Selbstmord ? Für Reformen ? Welche Reformen bitte ? Für das Euro ? Dann sind WIR alle Krank , WIR sind Dumm . Ich Pfeife auf dieser Euro . Wenn Europa , Schäuble heißt , Ich Pfeife auch auf dieser Europa , dann ist nicht meine Europa . Dieser Art des Denkens , hat nichts mit Visionen oder Werte zu tun, WIR haben dann leider, keine Europäische Integration sondern eine, mit EMS ,eine europäische TOTALITARISMUS geschafft . Ich mag dieser System nicht , ich habe enorme Angst davon, nach 7 Jahren Raub . Deswegen ich möchte nicht mehr GERETTET werden ,die REFORMEN können Sie alle bei sich behalten und auch da stecken..........Ich möchte die Drachme . Egal ob ich Arm oder Faul bin , egal ob ich Reich oder fleißig bin . Ich möchte diese Deutsche gemachte Sklaverei nicht . Crexit oder Hellasxit oder Raus ist egal wie man es nennt ,für Griechenland ist das beste .
stefan.p1 21.02.2017
5. Nett Geschrieben
aber an der Realität vorbei. Griechenland wird,solange es unterb dem Euro-Dach lebt, nicht aus eigener Kraft überlebensfähig sein. Wenn die Politiker der Geberländer ehrlich mit Ihren Wähler wäre, gibt es nur eine Möglichkeit: Den Griechen alle Schulden erlassen dafür müssen sie aus dem Euro raus. Das kostet zwar mehrere 100Milliarden Euro aber jede andere Lösung wäre teurer.
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