Griechenlandhilfen Eurofinanzminister billigen drittes Rettungspaket

Bis zu 86 Milliarden Euro an neuen Krediten soll Griechenland bekommen. Nach der Zustimmung des Parlaments in Athen einigte sich jetzt auch die Euro-Gruppe auf die Bedingungen für das Hilfspaket.
Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem, Griechenlands Finanzminister Tsakalotos: Weg frei für drittes Hilfspaket

Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem, Griechenlands Finanzminister Tsakalotos: Weg frei für drittes Hilfspaket

Foto: FRANCOIS LENOIR/ REUTERS

Die Eurofinanzminister haben den Weg für das dritte Griechenland-Hilfspaket freigemacht. Das teilte der belgische Finanzminister Johan van Overtveldt am Freitagabend nach dem Treffen in Brüssel mit. Die Europäische Kommission bestätigte dies.

Im Rahmen des dritten Hilfspakets soll Griechenland insgesamt bis zu 86 Milliarden Euro an neuen Krediten bekommen. Die Finanzierung ist auf drei Jahre angelegt.

Das Treffen der 19 Minister der Eurostaaten dauerte rund sechs Stunden. Van Overtfeldt sagte, die Runde hätte der Grundsatzeinigung von Dienstag, in denen Unterhändler konkrete Bedingungen für ein drittes Hilfspaket vereinbart hatten, gebilligt, sich aber auf "einige zusätzliche Maßnahmen" verständigt. Details nannte er zunächst nicht.

Laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bedeutet die Entscheidung der Euro-Gruppe, dass Griechenland "unabänderlich" Mitglied der Eurozone bleiben wird.

Bundestag muss noch zustimmen

Das griechische Parlament hatte die Auflagen für Kredite von bis zu 86 Milliarden Euro am Freitagmorgen bereits mit klarer Mehrheit gebilligt. Allerdings war die Regierung des linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras bei dem Votum erneut auf Stimmen der Opposition angewiesen.

Griechenland muss der EZB am kommenden Donnerstag Anleihen und darauf fällige Zinsen im Umfang von rund 3,4 Milliarden Euro zurückzahlen. Bis dahin bräuchte Athen eine erste Auszahlung aus dem neuen Hilfsprogramm - oder eine Brückenfinanzierung.

Bevor das Hilfspaket in Kraft treten kann, müssen in einer letzten Etappe noch einige nationale Parlamente zustimmen. Der Bundestag soll am Dienstag oder Mittwoch zusammenkommen. Das hoch verschuldete Griechenland musste sich im Gegenzug für die neuen Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber zu einer Reihe schmerzhafter Reformen verpflichten.

sun/dpa/Reuters/AFP