Korruption Ex-Rüstungsdirektor in Griechenland muss lebenslang in Haft 

Giannis Sbokos soll Schmiergelder in Millionenhöhe erhalten haben: Der einstige Rüstungsbeschaffer im griechischen Verteidigungsministerium ist jetzt wegen Bestechlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Giannis Sbokos: Polizei-Eskorte zum Gericht
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Giannis Sbokos: Polizei-Eskorte zum Gericht


Ein Gericht in Athen hat am Montag den früheren Direktor für Rüstungseinkäufe im Verteidigungsministerium hart bestraft. Wie das staatliche griechische Fernsehen ERT1 berichtet, fand das Gericht Giannis Sbokos für schuldig, Schmiergelder in Millionenhöhe für die Beschaffung eines Telekommunikationssystems kassiert zu haben.

Weitere lange Haftstrafen verhängte das Gericht in dem Fall für Sbokos' einstigen Stellvertreter Antonis Kantas sowie für den früheren Verteidigungsfunktionär Nikos Leontaritis, wie die griechische Zeitung "Kathimerini" auf ihrer Website berichtet.

Sbokos war enger Mitarbeiter des früheren griechischen Verteidigungsministers Akis Tsochatzopoulos. Das Duo sitzt bereits langjährige Haftstrafen wegen Bestechlichkeit beim Kauf von U-Booten und einem Luftabwehrsystem ab. Die Schmiergelder sollen in den Jahren 1996 bis 2001 geflossen sein.

Tsochatzopoulos war im Herbst 2013 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Mehr als ein Dutzend seiner Verwandten und Mitarbeiter erhielten damals ebenfalls Haftstrafen.

bos/dpa



insgesamt 38 Beiträge
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kha777 19.10.2015
1. Das schleichend wohltuende Gefühl bei dieser Nachricht
könnte über die Tatsache hinweg täuschen, daß weltweit wohl ausnahmslos das Geschäft mit der "Vergütung" und der "Rückvergütung" anläßlich aller möglichen Geschäfte - sogar politischer Art - sich ungebremst und munter fortsetzt. So zügelt sich nur scheinbar das Unwesen "do ut des". Vor allem gedeiht es im Bereich ganz persönlicher Vorteile der handelnden Personen. Und leider tritt es zutage bislang allein im wirtschaftlich-unternehmerischen Teil der nationalen und internationalen Beziehungen. Der politische Teil urpersönlichen Austausches von irregulären Vorteilen scheint den Medien bislang tabu.
phthalo 19.10.2015
2. .....
der Fragt sich wohl nach 5 Jahren noch, wieso er sitzt, denn er hat doch alles so gemacht wie immer und jeder!
xifo 19.10.2015
3. und WER
und wer hat diese Leute Schmiergelder in Millionenhöhe gegeben?
mike_spiegel 19.10.2015
4. Bestechlichkeit bei U-Boot-Käufen?
hmm, da hätte ich mir etwas mehr Infos zu gewünscht, denn wenn ich mich recht erinnere kamen die U-Boote in dieser Zeit aus Deutschland...
leo19 19.10.2015
5. Da werden doch nicht unsere U-Bootverkäufer verdächtigt?!!
Nein, nein das müssen die Russen gewesen sein. Oder die Amis? Panzer haben die ja keine gekriegt, die gingen doch an den IS oder wars doch Saudiarabien? Ausserdem ist Schmieren ja erst seit kurzem strafbar. Vorher war es legitime Verkaufsunterstützung und konnte von der Steuer abgesetzt werden. So haben wir allenfalls mitbestochen!
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