Schuldenstreit
EZB bereitet sich auf griechischen Euro-Austritt vor
Noch verhandeln Athen und die Euro-Partner über neue Finanzhilfen. Hinter den Kulissen werden bereits Alternativen durchgespielt: Die EZB bereitet sich nach SPIEGEL-Informationen auf den Ausstieg Griechenlands aus dem Euro vor.
EZB-Zentrale in Frankfurt am Main: Planspiele für den Grexit
Foto: Boris Roessler/ dpa
Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet sich auf einen Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion vor. Zu diesem Zweck führen Mitarbeiter nach Informationen des SPIEGEL bereits interne Planspiele durch, wie der Rest der Eurozone zusammengehalten werden könnte.
Allen Dementis zum Trotz drängen die europäischen Währungshüter die Griechen dazu, endlich Kapitalverkehrskontrollen einzuführen. Nach Erkenntnissen der EZB überweisen die Griechen täglich mehr als eine Milliarde Euro ins Ausland.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält einen Austritt der Griechen aus der Währungsunion für den Rest der Eurozone für verkraftbar. Die Europäer hätten in den vergangenen Jahren Brandmauern hochgezogen, die ein Überspringen der Krise auf andere Länder verhindern könnten, heißt es in Washington.
Für Griechenland wäre ein Austritt aus der Eurozone nach Einschätzung des IWF mit deutlich höheren Kosten verbunden, als wenn das Land den eingeschlagenen Reformweg weiter verfolgen würde.