Vier Jahre nach Einschränkung Griechen können wieder ohne Limit Geld überweisen

Die griechische Regierung fürchtet offenbar nicht mehr, dass ihre Bürger Geld ins Ausland verlagern. Sie hat die Kapitalverkehrskontrollen vollständig abgeschafft.
In der Finanzkrise 2010 konnten Griechen zunächst nur 60 Euro pro Tag abheben

In der Finanzkrise 2010 konnten Griechen zunächst nur 60 Euro pro Tag abheben

Foto: Thanassis Stavrakis / AP

Die Regierung in Griechenland hat nach rund vier Jahren Laufzeit alle Beschränkungen im Geldverkehr aufgehoben. "Die Kapitalverkehrskontrollen sind ab heute Geschichte", sagte der konservative Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Parlament. Damit können die Griechen wieder beliebig viel und häufig Geld ins Ausland überweisen.

Im Zuge der Finanzkrise in Griechenland 2010 hatten viele Griechen aus Angst vor einem Zusammenbruch des Bankensystems große Summen von ihren Konten abgehoben, das Geld ins Ausland transferiert oder privat versteckt.

Um diese Kapitalflucht zu bremsen, hatte die damalige linke Regierung unter Ex-Regierungschef Alexis Tsipras am 1. Juli 2015 Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. In den ersten Monaten nach der Verhängung dieser Maßnahmen konnten die Bürger pro Tag nur 60 Euro in Bargeld von ihren Konten abheben. Seitdem hatte es jedoch bereits mehrere Lockerungen der Beschränkungen gegeben.

Zuletzt konnten die Griechen bei Auslandsreisen jedoch weiterhin nicht mehr als 10.000 Euro abgeben. Überweisungen ins Ausland waren innerhalb von zwei Monaten auf 4000 Euro limitiert. Beide Beschränkungen sollen nun aufgehoben werden.

Griechenland war Ende August vergangenen Jahres aus den Hilfsprogrammen entlassen worden und gewinnt zunehmend das Vertrauen der Finanzmärkte zurück: Die Rendite für zehnjährige Anleihen lag an diesem Montag unter der Zwei-Prozent-Marke. Zeitweise waren diese Renditen in den vergangenen Jahren bis auf 35,5 Prozent gestiegen, sodass das Land praktisch kein Geld mehr am Markt aufnehmen konnte.

kko/dpa/Giorgos Christides