Arbeitslosigkeit in Griechenland Hunderttausende Familien ohne Stütze

In Griechenland bekommen laut einem Zeitungsbericht 90 Prozent der Arbeitslosen kein Geld mehr vom Staat. In mehr als 350.000 Familien hat niemand einen Job.
Arbeitslose in Griechenland

Arbeitslose in Griechenland

Foto: ALKIS KONSTANTINIDIS/ picture alliance / dpa

Weihnachten ohne Geld in der Tasche: 90 Prozent der Arbeitslosen in Griechenland müssen ohne staatliche Unterstützung auskommen. Dies berichtet die Athener Zeitung "Ta Nea" unter Berufung auf Daten des statistischen Amtes (Elstat) sowie des Arbeitsinstituts des Gewerkschaftsdachverbandes des privaten Bereichs (INE-GSEE).

Arbeitslosengeld gibt es in Griechenland höchstens ein Jahr lang. Danach ist nur noch für ein weiteres Jahr eine monatliche Unterstützung von 200 Euro vorgesehen. Wer länger ohne Arbeit bleibt, erhält kein Geld mehr und ist auf die Hilfe humanitärer Organisationen, der Kirche und der Kommunen angewiesen. Die seit mehr als sechs Jahren anhaltende Krise hatte viele Arbeitslose zu Langzeitarbeitslosen gemacht.

Dem Bericht zufolge gibt es mehr als 350.000 Familien, in denen kein Mitglied mehr Arbeit hat. Die Arbeitslosenquote (letzter Stand September 2016) beträgt 23,1 Prozent. Das ist der höchste Wert in der EU.

Wegen der dramatischen Lage am Arbeitsmarkt sind in den vergangenen sechs Jahren mehr als 300.000 gut ausgebildete Menschen ausgewandert. In der Altersgruppe bis 24 Jahre sind 46,9 Prozent ohne Job.

msc/dpa