Schuldenkrise Griechischer Minister will Rate an IWF nicht überweisen

Laut Athens Innenminister wird Griechenland keine weiteren Kreditraten an den Internationalen Währungsfonds überweisen. Damit droht dem Land die Staatspleite - doch Wolfgang Schäuble sieht wenig Spielraum für Kompromisse.
Innenminister Voutsis: Gelder sind nicht vorhanden

Innenminister Voutsis: Gelder sind nicht vorhanden

Foto: imago

Griechenland wird nach Worten von Innenminister Nikos Voutsis die im kommenden Monat anstehende Schuldenrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds nicht leisten können. "Die vier Raten für den IWF im Juni belaufen sich auf 1,6 Milliarden Euro", sagte Voutsis am Sonntag in einer Sendung von Mega TV. Dieses Geld werde nicht überwiesen, da es nicht vorhanden sei.

Voutsis hatte Anfang April schon einmal angekündigt, dass eine fällige Rate an den IWF nicht überwiesen werde. Damals hatten ihm andere griechische Regierungsmitglieder widersprochen und am Ende wurde das Geld pünktlich überwiesen.

Seitdem hat sich die griechische Finanzlage aber weiter verschlechtert. Die zuletzt fällige IWF-Rate konnte Athen nur zusammenkratzen, indem Griechenland seine beim IWF hinterlegte Notfallreserve in Anspruch nahm.

Das hoch verschuldete Griechenland ringt mit den internationalen Geldgebern um eine Vereinbarung, die die Auszahlung weiterer Hilfskredite ermöglicht. Dafür sind aber Reformzusagen der Regierung in Athen nötig.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras rief die internationalen Geldgeber am Samstag zu Kompromissen auf: "Wir haben Zugeständnisse gemacht, aber wir haben auch unsere Grenzen", sagte der Regierungschef auf einer Veranstaltung seiner linken Syriza-Partei in Athen. Er werde unvernünftigen Forderungen, etwa bei der Höhe der Mehrwertsteuer oder einer weiteren Öffnung des Arbeitsmarkts, nicht nachgeben.

Den griechischen Kompromissforderungen erteilte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble am Sonntag eine Absage. Die Regierung habe sich zuletzt am 20. Februar zur Erfüllung ihrer Zusagen verpflichtet, sagte Schäuble im Deutschlandfunk. "Deswegen brauchen wir nicht über Alternativen zu reden." Das Land habe noch "ziemlich viele Anstrengungen vor sich, um das zu erfüllen, wozu es sich verpflichtet hat".

ric/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.