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08. April 2015, 12:58 Uhr

Staatsanleihen

Investoren leihen Griechenland immer noch Geld

Es gibt sie noch: Investoren, die Griechenland Geld leihen. Der griechische Staat hat mit frischen 26-Wochen-Staatsanleihen mehr als eine Milliarde Euro eingenommen - die Rückzahlung ähnlicher Papiere ist damit gesichert.

Für die meisten Länder ist es Routine: Sie legen Staatsanleihen auf und leihen sich so Geld bei Investoren. In Griechenland gerät aber selbst die Ausgabe kurzlaufender Papiere zur Zitterpartie - mit wieder einmal glücklichem Ausgang. Am Mittwoch hat sich der griechische Staat ohne größere Probleme frisches Geld besorgt.

Wie die staatliche Schuldenagentur PDMA mitteilte, konnten insgesamt 1,14 Milliarden Euro für 26 Wochen in Form kurzlaufender Staatspapiere aufgenommen werden. Das ist zwar etwas weniger, als das Land in der kommenden Woche benötigt, um fällige Schulden zurückzuzahlen. Experten von der Commerzbank rechnen aber damit, dass das restliche Geld am Donnerstag in die Staatskasse fließt.

Insgesamt benötigt Griechenland 1,4 Milliarden Euro, um am 14. April kurzlaufende Staatspapiere zu tilgen. Mit der heutigen Geldaufnahme ergibt sich auf den ersten Blick eine Lücke von etwa 260 Millionen Euro. "Dieser Betrag dürfte dem Land aber am Donnerstag zufließen", sagte Anleihefachmann Rainer Guntermann von der Commerzbank.

Der Grund für die Verspätung: Griechenland versteigert regelmäßig einen Tag später im Rahmen eines gesonderten Verfahrens zusätzliche Wertpapiere. "Läuft es wie geplant, dürften genau die benötigten 1,4 Milliarden Euro zusammenkommen", sagte Guntermann.

Dass die Kassenlage im schuldengeplagten Griechenland dennoch äußerst angespannt ist, zeigt auch die Rendite der versteigerten Papiere. Sie lag bei 2,97 Prozent. Für sechsmonatige Schulden ist das im aktuellen Niedrigzinsumfeld verhältnismäßig viel. Zum Vergleich: Am Dienstag hatte das ebenfalls angeschlagene Spanien Staatspapiere mit der gleichen Laufzeit verkauft. Der Zins war aber im leicht negativen Bereich, die Investoren zahlten dem spanischen Staat also noch Geld dazu.

nck/dpa

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