Rabatte IWF-Chefin Lagarde sagt "non" zu neuem Griechenland-Deal

Die neue griechische Regierung will die Sparbeschlüsse mit den Geldgebern aufweichen - doch IWF-Chefin Christine Lagarde sperrt sich vehement: Sie habe "überhaupt keine Lust", neu zu verhandeln, sagte sie in einem Interview.

Christine Lagarde: Erwartet "exzellente Zahlen" der griechischen Regierung
AFP

Christine Lagarde: Erwartet "exzellente Zahlen" der griechischen Regierung


Washington - Wenn es um Griechenland geht, nimmt die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, kein Blatt vor den Mund. Beim jüngsten Beispiel geht es um mögliche Rabatte der Geldgeber für das schuldengeplagte Land. Lagarde dazu: "Ich habe überhaupt keine Lust, zu verhandeln oder neu zu verhandeln", sagte sie am Dienstag dem US-Sender CNBC.

Erst kürzlich hatte Lagarde die griechischen Bürger mit harten Worten zu mehr Steuerdisziplin ermahnt - und damit heftige Empörung ausgelöst. Kurz darauf entschuldigte sich die IWF-Chefin.

Im jetzigen CNBC-Interview war die Französin vorsichtiger - und schob schnell einige freundliche Sätze hinterher. Sie sei sicher, dass die griechische Regierung "exzellente Zahlen" bei der Umsetzung des Rettungspakets vorlegen werde. Sie sei gespannt, was Athen in den vergangenen Monaten geleistet habe, um sich den Bedingungen des Sparprogramms anzupassen, ergänzte Lagarde.

Griechenland hat seit 2010 zwei Hilfspakete von der Euro-Zone und dem IWF erhalten, muss im Gegenzug aber strenge Sparauflagen erfüllen. Die neue Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras will allerdings eine Lockerung der Bedingungen erreichen. Seit vergangenen Dienstag halten sich wieder Experten der internationalen Gläubiger-Troika von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF in Athen auf, um die Einhaltung der Sparbeschlüsse zu überprüfen.

Lagarde rät EZB von Zinssenkung ab

Es wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag als neue Maßnahme in der Schuldenkrise den Leitzins senken wird. Lagarde sieht das kritisch: "Wir sind uns nicht sicher, ob das im Moment der beste Weg ist", sagte sie. Nicht allen Euro-Ländern würden niedrigere Zinsen weiterhelfen. Sie setzt dagegen auf verstärkte Anleihen-Käufe.

Erstmals in der Geschichte der Währungsunion dürften die EZB-Notenbanker um Präsident Mario Draghi den Leitzins unter ein Prozent senken. Davon geht nach den jüngsten Äußerungen von EZB-Chefökonom Peter Praet die große Mehrheit der geldpolitischen Beobachter aus. Dass der EZB-Rat zudem mit einer Absenkung des Einlagezinses - den die Banken für geparktes Geld bei der EZB bekommen - auf null noch weitergeht, gilt ebenfalls als nicht ausgeschlossen.

yes/AFP/Reuters



insgesamt 63 Beiträge
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Seite 1
auweia 04.07.2012
1. Na klar!
Zitat von sysopAFPDie neue griechische Regierung will die Sparbeschlüsse mit den Geldgebern aufweichen - doch IWF-Chefin Christine Lagarde sperrt sich vehement: Sie habe "überhaupt keine Lust" neu zu verhandeln, sagte sie in einem Interview. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,842450,00.html
Zitat aus Artikel: Lagarde "sei sicher, dass die griechische Regierung "exzellente Zahlen" bei der Umsetzung des Rettungspakets vorlegen werde." Darin hat die griechische Regierung ja Übung. Hart bleiben.
guenter47 04.07.2012
2. Schön wär`s
wenn Frau Lagarde erreichen würde, dass die griechische Regierung die Vereinbarungen einhält. Daraus wird jedoch nichts. Bisher sind alle Verträge und Vereinbarungen - einschließlich des Maastrich-Vertrags - gebrochen worden. Und das nicht nur von den griechischen Regierungen, sondern auch von der deutschen EU-Koalition aus CDU- CSU-FDP-SPD-GRÜNE.
winnetou16 04.07.2012
3. Die Frau wird
mir so langsam symphatisch.
funxxsta 04.07.2012
4. Mme. Lagarde wird noch sympatisch-unglaublich
Durch ihre deutliche Kritik und den folgenden Shitstorm der Griechen vorbelastet, punktet Mme. Lagarde nun mit subtiler Ironie. "Sie sei sicher, das die gr. Regierung exzellente Zahlen bei der Umsetzung des Rettungspaketes vorlegen werde." sowie "Sie sei gespannt, was Athen in den vergangenen Monaten geleistet habe, um sich den Bedingungen des Sparprogrammes anzupassen." finde ich erfrischend. Ich wuensche mir mehr Ironie und subtile Erwiederungen unserer Politiker wenn es zu Hellas Beleidigungen, Erpressungen und offensichtlichem Betrug kommt. Damit wird den, meist intelektuell unterprivilegierten, griechischen Spin Doctors viel Wind aus den Segeln genommen. Nebenbei generiert man Sympathie damit. Man ollte die griechische Offensive im Netz nicht unterschaetzen. gerade in englischen und amerikanischen Medien wird 24/7 Meinung gegen Deutschland gemacht. Teilweise auf eine nicht zu tolerierende Art & Weise. Damit ist hier geaeusserte Kritik an Hellas, meist durch Argumente unterstuetzt, nicht zu vergleichen.
Palmstroem 04.07.2012
5. Kein Mitleid mit Griechenland
Zitat von sysopAFPDie neue griechische Regierung will die Sparbeschlüsse mit den Geldgebern aufweichen - doch IWF-Chefin Christine Lagarde sperrt sich vehement: Sie habe "überhaupt keine Lust" neu zu verhandeln, sagte sie in einem Interview. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,842450,00.html
Solange griechische Staatsbedienstete mehr Geld bekommen als Sachsens Beamte und griechische Rentner doppelt so hohe Bezüge haben wie Rentner in der Slowakei verdient Griechenland kein Mitleid! Und warum sollen Reiche bei uns mehr Steuern zahlen, solange in Griechenland Reiche überhaupt keine Steuern zahlen!
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