Griechenland IWF kritisiert Schneckentempo bei Reformen

Der Reformprozess in Griechenland stagniert. Die Regierung in Athen habe das Geschäftsgebaren des Landes nicht fundamental umgestellt, kritisiert der Internationale Währungsfonds. Vor allem im Kampf gegen die Steuerhinterziehung gebe es kaum Fortschritte.

Griechische Flagge: Die Kritik an den Reformen im Land ist harsch
REUTERS

Griechische Flagge: Die Kritik an den Reformen im Land ist harsch


Athen - Der neueste Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Lage in Griechenland verheißt nichts Gutes. Im Zentrum der Kritik steht das langsame Reformtempo: Zwar habe das Land im Kampf gegen die Schulden erste Erfolge erzielt, doch angesichts schlechter Wachstumsprognosen gebe es nach wie vor erhebliche Risiken.

Die bisherigen Strukturreformen seien insgesamt weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte der IWF-Delegationsleiter in Griechenland, Poul Thomsen, am Dienstag in Athen. Das Land habe sein Geschäftsgebaren nicht fundamental umgestellt, daher sei es weiterhin in einer Rezession.

Der IWF begrüßte die Bildung der neuen Regierung in Athen. Doch zugleich warnte der Währungsfonds, dass das Reformprogramm "klar in eine schwierige Phase eingetreten" sei. Die Umsetzung der Reformen habe sich über den Sommer deutlich verlangsamt. Nicht zuletzt beim entscheidenden Kampf gegen Steuerhinterziehung gehe es weiterhin nur schleppend voran.

Bei seinem Sparprogramm soll sich Griechenland nach Meinung des IWF auf Ausgabenkürzungen konzentrieren. Das Land habe die Grenze dessen erreicht, was es mit Steuererhöhungen bewirken könne, sagte Thomsen.

Der IWF, neben den Euro-Partnern bislang der wichtigste internationale Geldgeber des krisengebeutelten Landes, stößt damit ins gleiche Horn wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Organisation hatte in der vergangenen Woche ein vernichtendes Urteil über die Reformfähigkeit des griechischen Staatsapparats abgegeben.

bos/dpa/dapd



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