Milliarden-Anleihe Griechenland ist wieder kreditwürdig

Es war ein langer Weg, nun scheint die Kehrtwende geschafft: Erstmals seit 2014 haben private Kapitalanleger Griechenland wieder Kredit in Milliardenhöhe gewährt.
Griechische Zentralbank in Athen

Griechische Zentralbank in Athen

Foto: Thanassis Stavrakis/ dpa

Griechenland kehrt nach langer Abwesenheit auf die internationalen Finanzmärkte zurück. Am Dienstag gab die Regierung erstmals seit 2014 eine fünfjährige Staatsanleihe aus. Der EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sprach in Athen von einer "spektakulären Verbesserung der Lage in Hellas". Er zeigte sich "überzeugt", dass sich das hochverschuldete Land auf den Märkten zu einem "vernünftigen" Zinssatz refinanzieren könne.

Berichten griechischer Medien zufolge könnte die Regierung in Athen durch die Ausgabe der Anleihen etwa drei Milliarden Euro aufnehmen. Der Zinssatz dürfte demnach zwischen 4,75 und 4,875 Prozent liegen.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte am Montag aufgrund der positiven Haushaltsprognosen für 2017 die Rückkehr an die Märkte angekündigt. Er setzt auf ein Ende der Rezession und auf ein Wachstum der Wirtschaft um 2,1 Prozent in diesem Jahr.

Moscovici sagte während einer Pressekonferenz, seit seinem letzten Besuch im Februar habe es "mehrere wichtige und sehr positive Entwicklungen" gegeben. Er verwies auch auf die vor Kurzem gegebene Zusage des Internationalen Währungsfonds (IWF) für eine Finanzspritze an Griechenland in Höhe von 1,6 Milliarden Euro.

Die Auszahlung ist allerdings an "ausdrückliche und glaubwürdige Zusicherungen" der Partner in der Eurozone gebunden, ein für Athen tragfähiges Schuldenniveau sicherzustellen. Moscovici glaubt trotzdem an einen "Wendepunkt". Es bleibe aber für die Umsetzung des Unterstützungsprogramms für Griechenland bis zum Juli 2018 noch viel zu tun. Zugleich sei es "höchste Zeit" das lange Kapitel der harten Sparpolitik zu schließen, das den Griechen so viele "Opfer" abverlangt habe.

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mik/AFP
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