Griechen-Umschuldung Privatanleger klagen auf Entschädigung

Die Verluste für Privatanleger beim griechischen Schuldenschnitt waren hoch - jetzt wollen Aktionärsschützer auf eine Entschädigung klagen. Geplant sind rechtliche Schritte in Griechenland und Deutschland.

Akropolis: Für die Verfahren hat die DSW eigens eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet
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Akropolis: Für die Verfahren hat die DSW eigens eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet


Düsseldorf - Griechische Staatsanleihen wurden von deutschen Banken zeitweise als sichere Altersversorgung vermarktet. Bekanntlich war es dann doch anders: Seit dem Schuldenschnitt Griechenlands ist vom angelegten Geld der Investoren nicht mehr allzu viel übrig. Nun will die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eine Entschädigung für die erlittenen Verluste erstreiten.

Die Schutzvereinigung werde "mit Klagen gegen die Enteignung der Anleger durch die griechische Regierung" vorgehen, kündigte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler am Dienstag an. Geplant seien juristische Schritte in Griechenland und Deutschland.

Für die geplanten Verfahren hat die DSW eigens eine Arbeitsgemeinschaft Griechenland Anleihen (AGA) ins Leben gerufen. Mehrere tausend Anleger aus ganz Europa hätten sich dort bereits registrieren lassen, berichtete die DSW. Doch sei dies wahrscheinlich nur die "Spitze des Eisbergs".

Aus Sicht der AGA sind derzeit drei juristische Ansatzpunkte erfolgversprechend:

Schadensersatzklagen in Griechenland: Hierbei gehe es um individuelle Entschädigungsklagen. Für diese Klageform spricht aus Sicht der DSW dreierlei: Zum einen habe dieser Ansatz gute Erfolgsaussichten, zum anderen gelte eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Der entscheidende Vorteil bestehe allerdings darin, dass am Ende des Weges ein Zahlungstitel steht.

Klagen in Deutschland: Für deutsche Staatsbürger favorisiert die AGA gegenwärtig Klagen vor deutschen Gerichten, die einen direkten Zahlungsanspruch gegen Griechenland zum Inhalt haben. Bei diesen Klagen sei zu prüfen, ob das der Umschuldung zugrundeliegende Gesetz rechtswidrig ist. Gerichtsstand sei dabei jeweils der Wohnsitz des Anlegers.

Schiedsverfahren zwischen Deutschland und Griechenland: Deutschland und Griechenland hätten 1961 einen Staatsvertrag über den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen geschlossen, erklärte die DWS. Daraus lasse sich zwar kein direkter Klagegrund für betroffene Anleger ableiten. "Allerdings sind wir der Ansicht, dass Deutschland verpflichtet ist, mit Griechenland Verhandlungen über die Entschädigung deutscher Kapitalanleger aufzunehmen", erklärte die Schutzvereinigung. Sollte das nicht geschehen, könnte sich im Rahmen einer sogenannten Staatshaftungsklage die Möglichkeit ergeben, Deutschland für die erlittenen Verluste in Regress zu nehmen.

yes/dapd/dpa



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Nonvaio01 03.07.2012
1. ich werde
Zitat von sysopDPADie Verluste für Privatanleger beim griechischen Schuldenschnitt waren hoch - jetzt wollen sie auf eine Entschädigung klagen. Geplant sind rechtliche Schritte in Griechenland und Deutschland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,842337,00.html
jetzt auch meinen Buchmacher verklaagen wenn ich verloren habe, scheint ja nun normal zu sein. So eine klage sollten die Richter gar nicht annehmen.
rbsch 03.07.2012
2. falscher Vergleich
Zitat von Nonvaio01jetzt auch meinen Buchmacher verklaagen wenn ich verloren habe, scheint ja nun normal zu sein. So eine klage sollten die Richter gar nicht annehmen.
Der Buchmacher wäre in diesem Fall die Bank, wo man die Anleihen gekauft hat. Bei einer Enteignung den Enteigner zu verklagen, ist richtig! Schließlich gibt es ja genügend Angriffspunkte, warum dies nicht rechtmäßig war. Und die Spielchen, die sie mit der EZB gedreht haben, deren Anleihen ja spontan geschützt wurden, da muss man gar nicht erst mit anfangen... Außerdem zu bedenken: Viele haben Griechenlandanleihen ja nicht zum spekulieren gekauft, sondern als solide Kapitalanlage. Ja, das waren die Anleihen mal, solide!
Sonnambulo 03.07.2012
3. Altersvorsorge
Ich weiss nicht, was es mit einem Buchmacher zu tun haben sollte. Diese Menschen haben nicht gewettet, sondern versuchten fürs Alter vorzusorgen. Klar, dass sie sich betrogen fühlen, wenn ihnen das Sauerersparte, was ihnen als sichere Anlage verkauft wurde, einfach weggenommen wird. Eins darf man nicht vergessen, das Geld ist nicht verschwunden (viele scheinen es zu übersehen), das hat nur jemand anders... Wohl die Banken, die sind nähmlich immer fein raus.
Sachsenimker 03.07.2012
4.
Erst mit $$-Augen nach den höchsten Renditen schielen, und wenn es brenzlig wird, schnell noch klagen und das Geld vom kleinen Mann holen. Diese Kaste hat noch nie gelernt und wird es auch nie. Weg mit diesen Volksgenossen.
Xircusmaximus 03.07.2012
5. Jahrelang wurde in allen medien die private Altersvorsorge propagiert
Zitat von sysopDPADie Verluste für Privatanleger beim griechischen Schuldenschnitt waren hoch - jetzt wollen sie auf eine Entschädigung klagen. Geplant sind rechtliche Schritte in Griechenland und Deutschland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,842337,00.html
. Sogar die Regierung hat sich mit der Förderung derselben ( riester Rente ) offensichtlich kaufen lassen. Ja sogar das Renteneintrittsalter wurde erhöht um mittels entstandener Finanzierungslücke die Leute in die Arme der Finanzhaie zu treiben. Eine völlig frei erfundene demographische Katasrtophe wurde erfunden, um diese Betrügerreien zu legitimieren. Regierungskriminalität nannten wir Ossis dies 1989.Als wäre nix geschehen installiert man derzeit auch noch einen sogenannten Pflegeriester. Das Volk als Beute, wie zu DDR Zeiten. Ich und viele Andere habe damals gewarnt, wurden allerdings als Verschwörungstheorethiker beschimpft. Nun ham Se den Salat !!! Solln Se klagen, von mir aus, wo es nix zu holen gibt, da hat auch der Kaiser sein recht verloren.
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