+++ Newsblog zur Krise +++ "Deutschland wird die Eurozone vor Griechenland verlassen"

Infolge der dramatischen Entwicklung der Griechenlandkrise rutscht der Euro um 1,6 Prozent ab, Händler erwarten ein Dax-Minus von zunächst vier Prozent. Ein griechisches Kabinettsmitglied richtet eine Kampfansage an die Bundesregierung.
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    Christos Spirtzis, stellvertretender Minister für Infrastruktur im Kabinett von Alexis Tsipras gibt sich kämpferisch. Er sei überzeugt, dass Griechenland im Euro bleibe. Wörtlich sagte er SPIEGEL ONLINE nach dem nächtlichen Kabinettstreffen: "Deutschland wird die EU vor Griechenland verlassen. Deutschland wird die Eurozone vor Griechenland verlassen. Deutschland wird die Mark prägen, bevor Griechenland die Drachme prägt."
  • 6/29/15 3:14 AM
    Jeden Tag widmet sich im deutschen Fernsehen eine andere Talkshow der Griechenlandkrise. Gestern Abend war mal wieder Günther Jauch dran. Der geschätzte Kollege Christoph Twickel hat es sich angeschaut - und war ziemlich entgeistert darüber, wie der Wirtschaftsberater der griechischen Syriza-Partei von Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber angebellt wurde.
  • 6/29/15 3:11 AM
    Die drohende Staatspleite Griechenlands belastet die Märkte in Asien. Der japanische Nikkei-Index fiel um mehr als zwei Prozent. Der Euro verliert gegenüber dem Yen mehr als drei Prozent an Wert.
  • 6/29/15 1:24 AM
    Die Börse in Athen bleibt am Montag geschlossen. Das ist gerade aus Finanzkreisen in Griechenland bestätigt worden.
  • 6/29/15 1:05 AM
    Der Euro rutscht am Sonntagabend zum Dollar um 1,6 Prozent ab und fiel unter die Marke von 1,10. Für den Deutschen Aktienindex Dax sagten Händler Abschläge von zunächst rund vier Prozent voraus, das wäre der größte Kurseinbruch seit drei Jahren. Bundeskanzlerin Angela Merkel lud Vertreter aller Bundestagsparteien für Montag zu einem Krisentreffen.
  • 6/29/15 12:22 AM
    US-Finanzminister Jack Lew hat mit Alexis Tsipras telefoniert. Wie das Ministerium in Washington mitteilte, habe Lew den griechischen Premier dazu aufgefordert, weiter an einer Lösung der Krise zu arbeiten. Athen müsse weitere Reformen umsetzen, im Gegenzug sollten die Gläubiger über einen Schuldenschnitt beraten, forderte Lew.
  • 6/28/15 11:36 PM
    Griechenlands Finanzministerium stellt klar, dass die Obergrenze für Abhebungen nicht für ausländische Kreditkarten gilt. Touristen können also weiterhin unbegrenzt Geld abheben.
  • 6/28/15 11:12 PM
    Die EU-Kommission hat ihre jüngsten Vorschläge an die griechische Regierung veröffentlicht. Das zehnseitige Dokument bildet den Verhandlungsstand zu dem Zeitpunkt ab, als Alexis Tsipras plötzlich das Referendum ausrief. Damit sind in dem Dokument wohl die Punkte enthalten, zu denen die Griechen bei der Volksabstimmung am Sonntag ja oder nein sagen sollen.
  • 6/28/15 10:42 PM
    Larry Elliott, Chef des Wirtschaftsressorts beim britischen "Guardian", hält die griechische Krise für weitaus gefährlicher als viele denken. Er vergleicht die Lage mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und spricht von einem "Sarajevo-Moment". "Es wird gesagt, dass Griechenland ein kleines, unbedeutendes Land sei und die Einheitswährung besser geschützt ist als während der Krise im Sommer 2012. Aber europäische Diplomaten hatten im Juni 1914 dasselbe gedacht."
  • 6/28/15 10:19 PM
    Mazedonien hat die Banken des Landes angewiesen, ihre gesamten Einlagen bei griechischen Geldhäusern abzuziehen. Zudem wurden "vorbeugende Maßnahmen" beschlossen, die den Abfluss von Geldern Richtung Griechenland eindämmen sollen. Die Zentralbank in Skopje teilte mit, die Schritte seien nur vorübergehend. Es gehe darum, einen möglicherweise signifikanten Geldabfluss zu verhindern, der in Mazedonien zu Problemen im Finanzsektor führen könnte.
    Der Schritt Mazedoniens ist das erste konkrete Anzeichen dafür, dass sich ein Land gegen eine Ansteckung möglicher griechischer Finanzmarkturbulenzen zu schützen sucht.
  • 6/28/15 9:47 PM
    Hellenic Petroleum, Griechenlands größtes Erdölunternehmen, hat Meldungen dementiert, laut denen der Treibstoff knapp wird. "Wir haben Reserven für mehrere Monate. Die Versorgung unserer Raffinerien mit Rohöl ist auch gesichert", teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatten sich an vielen Tankstellen lange Schlangen gebildet.
  • 6/28/15 8:22 PM
    Nun schaltet sich auch US-Präsident Barack Obama ein: Nach amerikanischen Regierungsangaben habe Obama am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Entwicklungen in Griechenland telefoniert. Man sei sich einig gewesen, dass es wichtig sei, Anstrengungen zu unternehmen, die dazu führten, dass Griechenland zu Reformen und Wachstum innerhalb der Eurozone zurückkehren könne.
  • 6/28/15 8:20 PM
    Nun meldet auch Reuters, das Limit für Abhebungen an Geldautomaten in Griechenland sei bei 60 Euro festgelegt worden. Die Höhe von Abhebungen von ausländischen Konten läge dabei im Ermessen des jeweiligen Kreditinstituts.
  • 6/28/15 7:15 PM
    Auch die Nachrichtenagentur Reuters meldet, der griechische Finanzstabilitätsrat habe empfohlen, die Banken sechs Werktage geschlossen zu halten. Sie würden demnach erst am 7. Juli wieder öffnen.
  • 6/28/15 7:05 PM
    Eine Kollegin der britischen Zeitung "Guardian" berichtet unter Berufung auf das griechische Finanzministerium, die Banken sollten sogar bis 7. Juli geschlossen bleiben. Und das Limit für Abhebungen solle bei 60 Euro liegen. Das wäre sehr wenig.
  • 6/28/15 7:04 PM
    #Greek fin min has announced that banks will stay closed until July 7, not 6th, and capital controls poss limited to 60 euro per day
  • 6/28/15 7:02 PM
    Wie lange werden die griechischen Banken geschlossen bleiben? Griechische Medien berichten, dass sie erst am 6. Juli wieder öffnen sollen - also nach dem Referendum über das Sparpaket. An den Geldautomaten sollen bis dahin maximal 100 Euro pro Tag abgehoben werden können, zumindest in den ersten Tagen.
  • 6/28/15 6:29 PM
    Tsipras bei seiner Fernsehansprache (Foto: Reuters)
  • 6/28/15 6:25 PM
    I am certain that the Greek people will send a message of #democracy and dignity to all of Europe. #Greece #vouli #dimopsifisma #referendum
  • 6/28/15 6:25 PM
    Tsipras wird pathetisch - auch auf Twitter. Und er wirbt bei den Bürgern dafür, beim geplanten Referendum über das Sparpaket am kommenden Sonntag mit Nein zu stimmen.
  • 6/28/15 6:24 PM
    In these critical hours, we must remember that the only thing to fear is fear itself. #Greece
  • 6/28/15 6:17 PM
    Premierminister Tsipras ruft seine Landsleute auf, trotz geschlossener Banken ruhig zu bleiben. Die Ersparnisse, Löhne und Renten der Bürger seien garantiert.
  • 6/28/15 6:17 PM
    Jetzt ist es offiziell: Die griechische Notenbank wird nach Angaben von Regierungschef Alexis Tsipras Kapitalverkehrskontrollen einführen. Zudem sollen die Banken einen Tag geschlossen bleiben, sagte Tsipras am Sonntagabend.
  • 6/28/15 6:16 PM
    Aus Finanzkreisen heißt es zudem, auch die Börse in Athen bleibe am Montag geschlossen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
  • 6/28/15 6:16 PM
    Die griechischen Banken werden nach Angaben des Chefs der Piraeus Bank, eines der größten Kreditinstitute des Landes, am Montag nicht öffnen.
  • 6/28/15 6:02 PM
    Der griechischen Tageszeitung "Kathemerini" zufolge sollen die Banken frühestens am 6. Juli, also einen Tag nach der Volksabstimmung, wieder geöffnet werden. Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis kündigte an, eine Entscheidung werde nach einer Kabinettssitzung verkündet.
  • 6/28/15 5:01 PM
    Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfonds, zeigt sich nach den ergebnislosen Verhandlungen mit Griechenland enttäuscht. Trotzdem will sie die Gespräche fortführen. Sie glaubt weiterhin daran, dass "eine gegenseitige Annäherung vonnöten ist, um die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum Griechenlands wiederherzustellen", so Lagarde.
  • 6/28/15 4:50 PM
    Warum Griechenland Kapitalverkehrskontrollen braucht und die Banken schließen müssen, um die nächsten Tage zu überstehen, erklärt Stefan Kaiser in seiner Analyse. Mit ein bisschen Glück kommen die Griechen dann ohne finanziellen Totalschaden durch die Woche und bis zum Referendum.
  • 6/28/15 4:38 PM
    Wie verhält sich Angela Merkel in der Griechenlandkrise? Immer zurückhaltender, beobachtet Philipp Wittrock. Die Kanzlerin weiß, dass ein Bruch der Eurozone einen Schatten auf ihre Kanzlerschaft werfen würde. Sie gäbe noch immer einiges dafür, die Griechen im Euro zu halten. Derweil versucht Merkel hinter den Kulissen, Türen für Griechenland offen zu halten.
  • 6/28/15 4:12 PM
    Ein Mann geht an einem Graffiti in Athen vorbei, das ein "Nein" zum Euro zeigt. (Foto: AP)
  • 6/28/15 3:55 PM
    Dem staatlichen Fernsehen zufolge kommt das griechische Kabinett am Sonntagabend um 19 Uhr zusammen. Dabei dürfte es um Beratungen über Kapitalverkehrskontrollen gehen und um die Frage, ob die Banken am Montag geschlossen bleiben.
  • 6/28/15 3:48 PM
    Nach dem Scheitern der Schuldengespräche mit Griechenland signalisiert Vizekanzler Sigmar Gabriel, die Griechen im Falle einer Staatspleite nicht im Stich zu lassen. Europa werde dann umfassende humanitäre Hilfe bereitstellen müssen. Zugleich erklärt er, die EU könne nicht über ihr bisheriges Hilfsangebot hinausgehen. "Mehr kann Europa nicht anbieten."
  • 6/28/15 3:45 PM
    Die Bargeldversorgung in Athen wird offenbar knapp. SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiter Giorgos Christides hat aus mehr als zehn Geldautomaten im Zentrum Athens kein Geld mehr bekommen. Dennoch blieben die Leute ruhig und ärgern sich eher über die Eurostaaten als über die eigene Regierung. "Würde hat ihren Preis", sagte ein Mann. "Das ist keine Demokratie mehr, sondern die Herrschaft der Banken", schimpfte eine 62-jährige ehemalige Beamtin.
  • 6/28/15 3:30 PM
    Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion ist nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Allianz, Michael Heise, nach den Ereignissen vom Wochenende nur noch schwer zu vermeiden. "Das Ende des Hilfsprogramms wird zu großer Unruhe in Griechenland führen und Automatismen auslösen, die auf einen Austritt zulaufen", sagte Heise am Sonntag. Die Banken würden am Montag wohl weitgehend ihre Geschäftstätigkeit einstellen müssen und der Staat könne seine Ausgaben nicht mehr decken. "Nur durch das Drucken einer Ersatzwährung kann der Staat dann noch zahlungsfähig bleiben."
    Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Sonntag, die Notkredite Ela zunächst auf dem aktuellen Niveau zu belassen, begrüßte Heise. "Dies erhöht den Druck auf die Regierung, doch noch eine Einigung zu suchen." Angesichts der gestiegenen Bargeldabhebungen sind die Banken wohl auf eine Erhöhung der Ela-Kredite angewiesen. Nur durch ein entschlossenes Handeln der Politik könne der Austritt noch abgewendet werden.
  • 6/28/15 3:09 PM
    Die Grünen fordern jetzt einen EU-Sondergipfel. "In der Zuspitzung der Krise dürfen nicht die Finanzminister das letzte Wort haben", erklärten die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter am Sonntag in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU müssten bei einem Sondertreffen eine tragfähige politische Lösung mit Griechenland finden, verlangten sie. "Wir erwarten von allen Seiten, sich einen Ruck zu geben, um noch eine Einigung im letzten Moment zu ermöglichen."
  • 6/28/15 3:06 PM
    Die Fraktionsspitze der Grünen im Bundestag hingegen wertet das umstrittene Referendum als Chance, noch einen Wendepunkt zu erreichen, weil die griechische Bevölkerung damit die Gelegenheit habe, das Nein ihrer Regierung zu den Sparvorschlägen der internationalen Geldgeber zu korrigieren.
  • 6/28/15 2:57 PM
    Der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka hat die angekündigte Volksabstimmung in Griechenland als "unsinnig" und "alibihaft" bezeichnet. Im tschechischen Fernsehen sagte er am Sonntag, die Griechen wüssten eigentlich nicht, worüber sie entscheiden würden. "Der Grexit beginnt Realität zu werden", so Sobotka.
  • 6/28/15 2:48 PM
    Die Verunsicherung in den Unternehmen wächst. Ein griechischer Top-Manager sagte zu unserem Korrespondenten Giorgos Christides in Athen: "Wir fragen uns jetzt, ob wir Zahlungen von unseren Händlern bekommen werden und selbst noch Zahlungen leisten können. Können wir exportieren? Werden die Banken öffnen? Unsere Kunden fragen, unsere Zulieferer fragen, aber niemand weiß irgendetwas."
  • 6/28/15 2:34 PM
    Finanzminister Varoufakis verlässt nach einem Gespräch mit Griechenlands Ministerpräsidenten Tsipras die Villa Maximos (Foto: AP)
  • 6/28/15 2:13 PM
    Die EU-Kommission veröffentlicht die aktuellen Vorschläge, über die vor dem Scheitern der Verhandlungen mit Griechenland gesprochen worden sei. "Im Interesse der Transparenz und zur Information der griechischen Bevölkerung". Die Nachricht soll offensichtlich unterstreichen, wie weit die Geldgeber bereits auf die Griechen zugegangen waren. So wird betont, dass sowohl Maßnahmen, "die die Tragfähigkeit der griechischen Schulden" angeboten worden waren - also eine Form des Schuldenschnitts - als auch ein "von der Kommission vorangetriebenes Investitionspaket".
  • 6/28/15 1:40 PM
    Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel sagt, er sei "entsetzt, dass die Griechen ein sehr weitgehendes Angebot abgelehnt haben, was ja sogar ein drittes Hilfsprogramm und sogar eine Umschuldung enthalten hat", sagte Gabriel der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). "Diese Angebote gingen weiter als alles, was es bisher gab."
    Ein besseres Angebot werde Griechenland nicht erhalten.
    "Herr Tsipras möchte alle diese Angebote nur dann annehmen, wenn Europa daran keinerlei Bedingungen für Reformen in Griechenland stellt. Das wird Europa auch nach einem Referendum nicht akzeptieren können." Der griechische Ministerpräsident schlage die ausgestreckte Hand für "eine Hilfe zur Selbstbehauptung in Würde" aus.
  • 6/28/15 1:00 PM
    Ein aktuelles Bild einer Filiale der Alphabank im Zentrum Athens. (Foto: Giorgos Christides)
  • 6/28/15 12:48 PM
    Das Auswärtige Amt rät deutschen Touristen, ausreichend Bargeld mit auf ihre Griechenland-Reise zu nehmen.
  • 6/28/15 12:32 PM
    Wegen der Zuspitzung der Griechenland-Krise lädt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag die Partei- und Fraktionschefs der im Bundestag vertretenen Parteien zu einem Krisentreffen ins Kanzleramt. Das berichten die "Bild"-Zeitung und Reuters. Beschlüsse werden dort aber nicht erwartet.
  • 6/28/15 12:31 PM
    Die EZB gibt bekannt, dass die Notkredite für griechische Banken auf dem bisherigen Niveau gehalten werden. Man habe die Entscheidung für ein griechisches Referendum und das bevorstehende Ende des Hilfsprogramms zur Kenntnis genommen und stehe bereit, die heutige Entscheidung zu revidieren.
  • 6/28/15 12:27 PM
    ELA to Greek banks maintained at its current level ecb.europa.eu/press/pr/date/…
  • 6/28/15 12:19 PM
    Varoufakis gibt den Eurostaaten die Schuld, falls Griechenland am Dienstag den IWF-Kredit nicht bedienen kann. Die EZB habe 1,9 Milliarden Euro durch den Kauf griechischer Staatsanleihen verdient und diese nicht an Griechenland zurückgegeben.
    Die Institutionen sollten das Geld nun untereinander weitergeben. Wenn sie Griechenland stattdessen in die Pleite trieben, "dann müssen sie sich das selbst zuschreiben."
  • 6/28/15 12:06 PM
    Nun schreibt Giannis Varoufakis auf Twitter, dass seine Regierung Kapitalverkehrskontrollen strikt ablehnt. Minuten, nachdem er deren Einführung in der BBC angedeutet hat.
  • 6/28/15 11:12 AM
    Die Entscheidung der EZB über die Notkredite für griechische Banken kann sehr verschieden ausfallen:
    Sie könnte der griechischen Notenbank vollständig verbieten, weitere Hilfen an die Banken des Landes auszugeben. Das würde den griechischen Bankensektor wollen binnen kürzester Zeit ruinieren.
    Auf der anderen Seite ist denkbar, dass sie den bisherigen Kurs - Erlaubnis mit regelmäßiger Erhöhung des Limits - beibehält. Da dies bisher aber immer an ein laufendes Hilfsprogramm gekoppelt war, würde die EZB gegen ihre selbst gesteckten Regeln verstoßen.
    Und dazwischen ist denkbar, dass die EZB die Zügel etwas anzieht. Also etwa höhere Abschläge auf die Sicherheiten verlangt, die griechische Banken im Austausch für Kredite aufbringen. Das könnte die Fähigkeit der Banken, Kredite zu vergeben, etwas einschränken, würde aber wohl noch nicht ihre Pleite bedeuten.
  • 6/28/15 10:49 AM
    Mit einer Flut von Telefonkonferenzen versuchen sich nach Handelsblatt-Information alle Beteiligten auf die Ereignisse der kommenden Tage einzustellen: Staatssekretäre der wichtigsten Industriestaaten (G7) wollten sich im Laufe des Tages in einer Telefonkonferenz beraten. Dabei sollen die nicht-europäischen Regierungen über die Entwicklungen in der Griechenland-Krise informiert werden.
    Zudem sei für Sonntag auch eine Telefonkonferenz der Europäischen Bankenaufsicht (SSM) geplant. Dort sitzen Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) und der nationalen Aufsichtsbehörden. In der Telefonschalte solle über die Lage der griechischen Banken und mögliche Auswirkungen auf das europäische Finanzsystem beraten werden, hieß es.
    Am Abend sei zudem noch eine Telefonkonferenz der Euro-Arbeitsgruppe (Euro Working Group) geplant. Ihr gehören die Finanzstaatssekretäre der Eurostaaten an.
  • 6/28/15 10:34 AM
    Die drohende Pleite Griechenlands wird Börsenhändlern zufolge zu Wochenbeginn für ein Beben an den Finanzmärkten sorgen. "Der Dax wird am Montag mindestens 300 bis 400 Punkte tiefer eröffnen", sagte NordLB-Aktienstratege Tobias Basse am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. "Alles weitere hängt dann von der Nachrichtenlage ab." Die Verluste der griechischen Aktienmarkts würden voraussichtlich noch wesentlich deutlicher ausfallen.
  • 6/28/15 10:15 AM
    Hans-Werner Sinn, Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, hat sich für einen geordneten Grexit ausgesprochen. Er fordert eine "neue elektronische Währung parallel zum Euro und den Stopp aller Euro-Überweisungen ins Ausland, also Kapitalverkehrskontrollen“. Durch die Abwertung der neuen Währung würden Löhne und Preise in Griechenland sinken und das Land in der Folge wieder wettbewerbsfähig.
    Außerdem sei eine Schuldenkonferenz mit allen Gläubigern erforderlich, um nach dem Euro-Austritt einen Schuldenschnitt zu besprechen.
  • 6/28/15 10:11 AM
    Die Telefonkonferenz des EZB-Rates hat laut Insidern begonnen.
  • 6/28/15 7:02 AM
    Mit der angekündigten Volksabstimmung hat Tsipras seine sonst so widerständige Partei fürs Erste befriedet und in Euphorie versetzt. Doch inzwischen stellen sich für Syriza bange Fragen, wie unser Mitarbeiter in Athen beschreibt. Will man mit dem Referendum ein besseres Angebot der Gläubiger erzwingen? Oder das Ausscheiden aus dem Euro einleiten?
  • 6/28/15 6:47 AM
    Eine Milliarde Euro sollen allein am Samstag von griechischen Banken abgehoben worden sein. Allerdings haben die Institute offensichtlich Vorkehrungen für weitere Massenabhebungen getroffen. Ein hochrangiger Banker einer griechische Privatbank sagte SPIEGEL ONLINE, seine Filialleiter hätten die Geldautomaten über das Wochenende mit Bargeld aufgefüllt. Eine negative Entscheidung der EZB zu den Notkrediten könnte aber alles verändern: "Rentner und Beamte sollten ihren Gehaltsscheck kopieren. Es könnte ihr letzter sein."
  • 6/28/15 6:36 AM
    Der Sturm auf die Bankkonten dürfte nach dem Scheitern der Verhandlungen noch stärker werden. Um einen weitere Geldabfluss zu verhindern, könnte die griechische Regierung Kapitalverkehrskontrollen einführen - also etwa die Höhe von Abhebungen und Überweisungen ins Ausland begrenzen. Je länger sie sich Zeit damit lässt, desto mehr Geld ist weg.
  • 6/28/15 6:28 AM
    Tsipras' Problem in einem Bild: Seitdem die Krise wieder in aller Heftigkeit ausgebrochen ist, heben viele Griechen ihr Geld von den Banken ab. Nur durch die Notkredite der EZB werden die Geldhäuser noch am Leben gehalten. Entscheidet der EZB-Rat heute, diese Unterstützung einzustellen, rutschen die Banken in die Pleite. Griechenland könnte dann ohne Finanzsektor dastehen, Unternehmen kämen noch schwieriger an Kredite als bisher schon. (Foto: dpa)
  • 6/28/15 6:23 AM
    Die griechische Regierung will nach dem Referendum (und einem erhofften Nein zu den Vorschlägen der Geldgeber) wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Premier Tsipras hofft dann auf eine "viel stärkere Verhandlungsposition".
  • 6/28/15 6:21 AM
    Many are asking: what happens after the #referendum? With a clear "NO", we will have a much stronger negotiating position. #Greece #vouli
  • 6/28/15 6:12 AM
    "Das Referendum wird sich auf Vorschläge und Abmachungen beziehen, die nicht länger gelten", sagt die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, der BBC. Allerdings verspricht die Französin, alle Gesprächskanäle offenzuhalten: "Wenn die griechische Regierung bereit ist zu sprechen, sind wir bereit."
  • 6/28/15 6:03 AM
    Der griechische Premier Alexis Tsipras am Samstagabend: "Für uns, für zukünftige Generationen, für unsere Geschichte" kämpft er gegen das Reformprogramm, das die Gläubiger von seiner Regierung erwarten. Und für ein Referendum darüber. Allerdings ist unklar, worüber die Griechen am kommenden Sonntag abstimmen sollen. Es gibt ja gar keine endgültige Einigung mit den Geldgebern, die das Volk bewerten könnte.
  • 6/28/15 5:59 AM
  • 6/28/15 5:58 AM
    Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, haben meine Kollegen hier übersichtlich aufgeschrieben. Wenn diese Krise aber eines lehrt, dann das: Es kann alles immer ganz anders kommen als gedacht.
  • 6/28/15 5:42 AM
    An diesem Sonntagmorgen entscheidet der Rat der Europäischen Zentralbank über die griechischen Notkredite für Banken. Ein kompletter Stopp der Notkredite würde Griechenland wohl zwingen, eine neue Währung neben dem Euro einzuführen.
  • 6/28/15 5:40 AM
    Läuft das Hilfsprogramm tatsächlich aus, darf die Europäische Zentralbank (EZB) der griechischen Zentralbank auch nicht mehr erlauben, die Banken des Landes mit Notkrediten - sogenannten Ela-Hilfen - zu stützen. Ohne dieses Geld wären die Institute aber pleite. Ein Staatsbankrott und die Pleite großer Banken stünden bevor.
  • 6/28/15 5:36 AM
    Am Dienstag muss Griechenland Kredite über 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Dieses Geld hat das nah an der Rezession schlingernde Land wohl nicht mehr. Ohne weitere Hilfsmilliarden der anderen Euro-Staaten muss Griechenland seine Zahlungsunfähigkeit erklären.
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