Griechenlandkrise Varoufakis schiebt Merkel die Verantwortung zu

Kurz vor dem Euro-Sondergipfel meldet sich der griechische Finanzminister Varoufakis zu Wort. Seine Regierung sei "prinzipientreu", bewegen müsse sich jemand anders: Angela Merkel.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis: "Nun hängt alles an dem außerordentlichen EU Gipfel"
AFP

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis: "Nun hängt alles an dem außerordentlichen EU Gipfel"


Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis sieht die Verantwortung für die weiteren Schritte im Schuldenstreit bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Die deutsche Kanzlerin steht am Montag vor einer entscheidenden Wahl", schreibt er in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). Am Montag kommen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone zu einem Sondergipfel zusammen.

Merkel könne eine "ehrenvolle Einigung" mit der griechischen Regierung eingehen, "die die 'Rettungspakete' abgelehnt hat und eine Verhandlungslösung anstrebt", so Varoufakis. Oder die Kanzlerin könne "den Sirenen aus ihrer Regierung zu folgen, die sie ermutigen, die einzige griechische Regierung über Bord zu werfen, die prinzipientreu ist und die das griechische Volk mitnehmen kann auf den Pfad der Reform. Diese Wahl, fürchte ich sehr, muss sie treffen", schreibt Varoufakis.

Im Gegensatz zu anderen Politikern der Eurozone erwartet Varoufakis von dem Zusammentreffen viel. "Nun hängt alles an dem außerordentlichen EU-Gipfel am Montag", schreibt der Finanzminister und zeigt sich zu weiteren Kompromissen bereit, sollte die Kanzlerin am Montag ein deutliches Zeichen aussenden.

"Wir von unserer Seite aus werden mit dem Entschluss nach Brüssel kommen, weiter Kompromisse einzugehen, solange wir nicht gefragt werden, das zu tun, was die vorherigen Regierungen taten: neue Schulden zu akzeptieren unter Bedingungen, die wenig Hoffnung bieten, dass Griechenland seine Schulden zurückzahlen kann", schreibt Varoufakis. Details zu einem Kompromissangebot nennt er in dem Artikel jedoch nicht.

brk

insgesamt 316 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
xvxxx 20.06.2015
1. Ach wenn doch nur...
Merkel + Co auch nur einmal Prnzipientreu blieben, Dann hätte der Spuk rund um diese arrogante Gr- Regierung ein Ende. An die Griechen: Kleiner Tipp, auch unsere Regierung und die der anderen EU Länder sind demokratisch legitimiert.
sansibar1 20.06.2015
2. Die Bewegungen der Angela Merkel...
Frau Merkel hat sich in der Griechischen Tragödie schon mehr bewegt, als ihr dies noch vor Jahresfrist klar war. Da, wo Herr Varoufakis sie gerne haben möchte, wird sie sich kaum hinbewegen. Dort befindet sich nämlich bereits ein überdimensionales Fettnäpfchen.
geisterfahrerii 20.06.2015
3. Irgendwie typisch
Merkel ist schuld daran, dass Griechenland sehr viele Jahre weit über seine Verhältnisse gelebt hat. Die Chefin des IWF hatte schon sehr recht. Reden kann man nur mit Erwachsenen.
brotherandrew 20.06.2015
4. Wenn er keine ...
... neuen Schulden will, dann soll er einfach jeden Antrag darauf zurücknehmen.
Gmorker 20.06.2015
5. Prinzipientreu
Ah ja... immer wieder schön, zu lesen, das die griechische Regierung "prinzipientreu" sei. Offenbar gehört zu den Prinzipien, denen die Regierung treu ist, nicht, sich an gegebene internationale Vereinbarungen zu halten, denn die enden nunmal nicht automatisch mit einem Regierungswechsel. ... Ausserdem ist es offenbar das Prinzip der griechischen Regierung zu erwarten, das alle Vertragspartner ihrerseits nicht ihren Prinzipien treu sind, sondern stattdessen machen, was die griechische Regierung erfordert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.