Pierre Moscovici EU-Kommissar glaubt an Zahlungsausfall Griechenlands

1,6 Milliarden Euro muss Griechenland am Dienstag an den IWF zahlen. EU-Kommissar Moscovici glaubt nicht mehr daran, dass die Regierung das Geld noch aufbringen kann. Das könnte eine Kettenreaktion in Richtung Staatspleite auslösen.


IWF

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici glaubt nicht mehr daran, dass Griechenland die am Dienstag fällige Rate von rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlen wird. "Es (Griechenland) wird es wahrscheinlich nicht machen", sagte Moscovici am Montag dem französischen Sender RTL.

Nach früheren Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde wäre Griechenland dann gegenüber dem Weltwährungsfonds in Zahlungsverzug. Lagarde hatte eine Fristverlängerung für die Rate ausgeschlossen.

Wenn bis 30. Juni, Mitternacht Washingtoner Zeit, kein Geld aus Griechenland beim IWF eingegangen ist, wird IWF-Chefin Christine Lagarde den Exekutivrat des Währungsfonds informieren. Dieses oberste Entscheidungsgremium würde Lagarde dann ermächtigen, die weiteren Schritte vorzunehmen - im schlimmsten Fall den Rauswurf Griechenlands aus dem IWF.

Auch der zweite große Gläubiger Griechenlands muss reagieren, sobald Griechenland seine IWF-Rate nicht bezahlt. Der Euro-Rettungsfonds EFSF hat Griechenland im Namen der Eurostaaten bisher Kredite in Höhe von rund 130 Milliarden Euro gewährt - und die EFSF-Verwalter könnten diese laut Vertrag sofort zurückfordern, sobald der IWF den Zahlungsausfall Griechenlands feststellt. Sollte es so kommen, wäre Griechenland ganz sicher pleite.

Moscovici sprach von Bemühungen, den griechischen Premier Alexis Tsipras für das Referendum über das Sparprogramm an diesem Sonntag umzustimmen. Bisher empfiehlt der Radikallinke ein "Nein". Moscovici sagte: "Es geht darum, dass wir die griechische Regierung überzeugen können, dass sie dazu aufruft, mit "Ja" zu stimmen."

Moscovici bekräftigte seine Einschätzung, dass bei den - am vergangenen Freitag beendeten - Verhandlungen der Geldgeber mit griechischen Regierungsvertretern über das Sparpaket eine Einigung in Reichweite war.

ade/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
ichsagemal 29.06.2015
1.
...Politik kann nicht anders.Andere begreifen, es gibt immer Alternativen. Junge Griechen sehe eine zu Recht in det Drachme. Neben Europa gibt es auch Alternativen. Wie in jeder Partnerschaft kann man seinen Partner auch in die Arme eines anderen treiben. Die EU und die EuroPartner hsben sich in unendlich vielen Diskussionen redlich Mühe gegeben.
georg.vt@gmx.de 29.06.2015
2. Die können
doch ein paar Tonnen von ihrem Gold verkaufen!
kritikus77 29.06.2015
3. Varoufakis: Wie 3.-klassige korrupte Bänker
Zum Kredit des IWF: "Dabei wurde so getan, als sei Griechenland nicht bankrott, sondern nur gerade nicht flüssig" "In dieser Lage dem insolventesten aller Staaten den größten Kredit der Geschichte zu geben – wie drittklassige korrupte Banker –, das war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", empört sich Varoufakis. "Damit zwangen sie Griechenland in eine Verschuldung ohne Ende." Nach den Regeln des IWF hätte der Antrag abgelehnt werden müssen. Gemeinsam mit den Vertretern Indiens, Russlands und der Schweiz mahnte Batista (IWF) damals, die geplanten Kredite würden lediglich "private durch öffentliche Finanzierung ersetzen".
Peter4711 30.06.2015
4. Das trojanische Pferd
durch den Zahlungsaufall ist der IWF draußen und Deutschland kann in einer endlosen Schmierenkomödie über den Tisch gezogen werden. Ganz schön durchsichtig.
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