Kredit-Rating Moody's stuft Griechenlands Bonität besser ein

Gerade vermeldete Griechenland das erste Wirtschaftwachstum seit Jahren. Nun folgt die nächste gute Nachricht für den Euro-Krisenstaat.

Griechische Zentralbank in Athen: Finanzielle Situation spürbar verbessert
AP

Griechische Zentralbank in Athen: Finanzielle Situation spürbar verbessert


London/Athen - Griechenland ist kreditwürdiger als bislang, wenn es nach Moody's geht. Die US-Ratingagentur hat die Einstufung der Bonität des Eurolandes um zwei Noten erhöht. Statt Caa3 erhält Griechenland nun die Einstufung Caa1. Die Agentur rechnet damit, dass sich diese Note vorerst nicht verändern wird, da sie den sogenannten Ausblick für Griechenland als "stabil" einstufte.

Trotz der Anhebung bewertet Moody's griechische Staatsanleihen immer noch als Ramsch - die Note Caa1 gehört noch zur Kategorie der "hochspekulativen Anleihen". Die Konkurrenten haben Griechenlands Bonität dagegen bereits auf Noten etwas überhalb des Ramschniveaus eingestuft - Standard & Poor's auf B- (das entspricht einer um einer Stufe besseren Bewertung als die Moody's), Fitch auf B (zwei Stufen besser als die der Agentur Moody's).

Am Freitag hatten bereits Daten zur griechischen Konjunktur für Optimismus gesorgt: Erstmals seit 2008 ist die Wirtschaft des Landes im zweiten Quartal 2014 leicht gewachsen und zwar um um 0,38 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres.

Ab 2015 soll die Schuldenquote sinken

Im gesamten Jahr 2014 rechnet das Zentrum für Planung und Ökonomieforschung (KEPE) in Athen mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Motor des leichten Wachstums sei hauptsächlich der Tourismus. Ministerpräsident Antonis Samaras rechnet mit mehr als 20 Millionen Touristen in diesem Jahr - etwa zehn Prozent mehr als 2013. Moody's ist zwar etwas pessimistischer, erwartet aber ebenfalls ein Wachstum, wenn auch nur um 0,4 Prozent.

Auch die Situation der Staatsfinanzen habe sich seit dem vergangenen Jahr spürbar verbessert, begründete Moody's die verbesserte Einstufung. Da die griechische Regierung sich weiterhin der Haushaltskonsolidierung verpflichtet fühle, dürfte sich demnach das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt schrittweise verringern. Der Hochpunkt sei in diesem Jahr zu erwarten, ab 2015 dürfte das Verhältnis dann sinken.

Allerdings kommen die positiven Entwicklungen bei vielen Griechen zumindest bislang noch nicht an: Die Arbeitslosenquote liegt stabil bei 27 Prozent. Die Regierung in Athen hofft daher auf weitere Hilfsmaßnahmen der Europartner. Im Herbst wollen die Länder des gemeinsamen Währungsraums darüber beraten, wie das griechische Defizit weiter gedrückt und dem Land geholfen werden kann. Im Gespräch ist eine Verlängerung der Zahlungsfristen und noch niedrigere Zinsen.

fdi/dpa

insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mainzelmännchen 1 02.08.2014
1. In 1000 Jahren nicht...
...zahlen die Griechen ihre Schulden zurück, auch wird es niemals Strukturreformen geben es sei denn, man dreht ihnen den Geldhahn zu.
gglasl 02.08.2014
2. Optimismus berechtigt
Als Langzeittourist kann ich den positiven Trend bestätigen. Der Tourismus läuft wieder an, die Preise sind niedrig und die Qualität der Dienstleister ist besser. Wer die Krise durchgestanden hat, hat gute Chancen beim Aufschwung dabei zu sein. Die Masse der Lohnabhängigen wird abet noch lange warten müssen bis die Sozialleistungen wieder europäischen Standard erreichen werden. Auf jeden Fall ist die Exremismusgefahr etwas gedämmt.
RobinSeyin 02.08.2014
3.
Zitat von sysopAPGerade vermeldete Griechenland das erste Wirtschaftwachstum seit Jahren. Nun folgt die nächste gute Nachricht für den Euro-Krisenstaat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-rating-agentur-moody-s-stuft-athens-bonitaet-hoch-a-984157.html
Es ist so absurd. In Griechenland hat sich in der Realität NICHTS verbessert, es wurde durch unsere Diktatur alles sogar noch schlimmer, aber die USA findet´s geil, deswegen gibt es gute Noten. Russland wird gleichzeitig fast auf Ramschniveau gesetzt, obwohl riesige Reserven, quasi ohne Schulden, ein großer Absatzmarke und vollgestopft mit Rohstoffen aller Art. Diese Ratingagenturen sind politische Psycho-Massenvernichtugnswaffen, nichts anderes. Funktionieren zum Glück nur bei Idioten. Leider haben wir so viele davon...
Progressor 02.08.2014
4. Vergisss es
Das rezessiv wirkende Mickerwachstum ist nicht auf den Tourismus zurück zu führen, sondern auf die 2014 wiederum streigende Staatsverschuldung. Wenn Moodys trotzdem etwas besser einstuft, dann ist das im Hinblick auf das Quantitative Easing der EZB. Immerhin: Hätte man mir vor ein paar Jahren gesagt eine Volkswirtschaft, wie jetzt Griechenland mit 27 % Arbeitslosigkeit, würde sich nicht im freien Fall befinden können, wäre das ein Lacher wert gewesen. Wenn die Bevölkerung Griechenlands sich nicht zu schade ist, dem zu harren, dann tun wir das auch.
Dr.Fuzzi 02.08.2014
5. Och Joh!
"Moody's", das hört sich für mich immer an, wie die Macher der "Ritter von der Kokosnuß"!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.