Kursänderung in Griechenland Athen will Privatisierungen nun doch umsetzen

Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit hatte die neue griechische Regierung ein Ende der Privatisierungen angekündigt. Doch keine zwei Wochen später scheint dieses Vorhaben schon wieder von der Agenda gestrichen.
Griechischer Finanzminister Varoufakis: Regierung ändert offenbar ihren Kurs

Griechischer Finanzminister Varoufakis: Regierung ändert offenbar ihren Kurs

Foto: © Fabrizio Bensch / Reuters/ REUTERS

Athen - Der Druck der Euro-Partner auf Griechenland zeigt offenbar Wirkung. Ursprünglich wollte die neue Links-Rechts-Regierung in Athen künftig auf Privatisierungen verzichten. Dementsprechend hatte sie vor fünf Tagen den Vorstand der zuständigen Behörde zum Rücktritt aufgefordert. Doch nun rudert die Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras offenbar zurück, die Privatisierungsbehörde soll ihre Arbeit fortsetzen, wie der staatliche griechische Rundfunk berichtet.

Analysten werteten den Schritt als eine klare Kursänderung der neuen Führung. Die Privatisierungen seien ein wichtiges Instrument, um den Schuldenberg Griechenlands zu verkleinern.

Der Privatisierungsfonds soll demnächst in "Agentur der Staatsbesitztümer" umbenannt werden, wie es aus Athener Regierungskreisen hieß. Unklar war zunächst, in welchem Umfang die Privatisierungen nun stattfinden sollen.

Die Regierung hatte gleich nach dem Wahlsieg erklärt, Pläne für den Verkauf von Teilen der Elektrizitätsgesellschaft DEI, die teilweise Verpachtung der Häfen von Piräus und Thessaloniki, die Privatisierung der griechischen Eisenbahnen sowie staatlicher Raffinerien stoppen zu wollen.

jbe/dpa
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