Eurokrise IWF knausert bei der Griechenlandrettung

Der Internationale Währungsfonds will sich am Hilfsprogramm für Griechenland beteiligen. Allerdings ist die Summe nach SPIEGEL-Informationen wohl deutlich geringer als zunächst angenommen.
Foto: Jens Büttner/ dpa

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird sich voraussichtlich nur mit einem Betrag von bis zu fünf Milliarden Euro am dritten Rettungspaket für Griechenland beteiligen. Nach SPIEGEL-Informationen gehen die europäischen Geldgeber von dieser Größenordnung aus. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Ursprünglich war im Sommer 2015, als das Rettungspaket vereinbart wurde, noch von 16 Milliarden Euro die Rede gewesen. Vergangene Woche schwenkte der IWF nach langem Streit auf die Linie der Europäer ein, von den Griechen als Gegenleistung für frisches Geld Primärüberschüsse von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verlangen.

Der Primärüberschuss beschreibt das Haushaltsplus, bevor die Schulden bedient werden. Lange hatte der IWF seine Beteiligung an dem 86-Milliarden-Programm generell verweigert, weil er ein Plus von allenfalls 1,5 Prozent für realistisch hielt.

Um die Überschüsse zu erzielen, muss Griechenland zusätzlich in seinem Rentensystem sparen und den Arbeitsmarkt flexibilisieren. Die Geldgeber hoffen, dass die anstehenden Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich Athen zur schnellen Einwilligung bewegen, weil je nach Wahlausgang die Fortsetzung des Programms schwieriger werden könnte. Griechenland braucht im Juli rund sieben Milliarden Euro, um seine Verbindlichkeiten zu bedienen.

rei
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