ESM-Chef Regling Rettungsfonds erwartet Ende der Griechenlandhilfen 2018

Seit 2010 läuft das Finanzdrama um Griechenland - und alle paar Monate wird um die Auszahlung neuer Kredite gestritten. Der Chef des Rettungsfonds ESM ist dennoch optimistisch.
Straßenszene in Athen

Straßenszene in Athen

Foto: Yorgos Karahalis/ AP

Griechenland wird laut Euro-Rettungsfonds ESM ohne weiteres Hilfsprogramm über die Runden kommen. "Wenn die nächsten 18 Monate gut genutzt werden, bin ich zuversichtlich, dass dies das letzte Programm ist, das Griechenland machen muss", sagte ESM-Chef Klaus Regling der "Süddeutschen Zeitung". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berät an diesem Mittwoch mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, über die Griechenlandkrise.

Der hoch verschuldete griechische Staat überlebt finanziell seit 2010 nur dank internationaler Kreditprogramme. Im Gegenzug zu den Hilfen musste sich das Land immer wieder zu schmerzhaften Kürzungen und Einschnitten verpflichten. Aktuell läuft ein drittes Hilfsprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 86 Milliarden Euro bis 2018. Auszahlungen aus dem Programm werden jeweils davon abhängig gemacht, ob Athen die zugesagten Reformschritte auch umsetzt. Kritiker wie der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, kritisieren das Programm als "eine einzige Irreführung".

Die Euro-Finanzminister hatten am Montag vereinbart, dass die Kontrolleure der internationalen Institutionen aus IWF, EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) nun wieder nach Athen zurückkehren sollen, um unter anderem Renten- und Arbeitsmarktreformen voranzubringen. Im Anschluss daran könnten weitere Hilfsgelder für das hoch verschuldete Land ausgezahlt werden. Auch die finanzielle Beteiligung des IWF könnte dann letztlich entschieden werden.

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Ab 2018 wieder "auf eigenen Beinen"

Regling rechnet damit, dass Griechenland von Mitte 2018 an "auf eigenen Beinen steht und sich selbst Geld am Markt besorgen kann". Das Land habe Fortschritte gemacht. Zu Beginn der Krise habe das Haushaltsdefizit 15,6 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen. Nun liege es bei einem Prozent.

Zuletzt hatten sich die europäischen Geldgeber und der IWF bei der Rettung des seit sieben Jahren gegen die Pleite kämpfenden Euro-Landes angenähert. So sollen sich Euro-Gruppe und IWF auf eine flexiblere Auslegung der griechischen Haushaltsziele sowie mögliche zusätzliche Reformanstrengungen der Athener Regierung verständigt haben.

Diese Kompromisslinie dürften Lagarde und Merkel bei ihrem Treffen im Kanzleramt erörtern. Einen Schuldenerlass für Athen, wie ihn der IWF eigentlich fordert, lehnen Deutschland und andere aber ab.

Noch offen ist deshalb, ob sich der IWF überhaupt auch am dritten Rettungsprogramm für Griechenland beteiligt. Die Bundesregierung geht davon aus, dass der IWF dabeibleibt. Nach SPIEGEL-Informationen wird er sich voraussichtlich aber nur mit einem Betrag von bis zu fünf Milliarden Euro beteiligen.

stk/dpa
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