Sparkurs Griechenland schafft Extra-Urlaub für PC-Arbeit ab

Wer mehr als fünf Stunden täglich am Computer sitzt, bekommt alle zwei Monate einen Tag Urlaub: Auf dieses Privileg müssen griechische Beamte nun wegen der Sparmaßnahmen verzichten. Diesen fielen auch schon andere sonderbare Zulagen zum Opfer.
Parlamentsgebäude in Athen: Der aufgeblähte Staatsapparat wird nicht kleiner

Parlamentsgebäude in Athen: Der aufgeblähte Staatsapparat wird nicht kleiner

Foto: Alkis Konstantinidis/ dpa

Athen - Viele griechische Staatsbedienstete müssen wegen des Reformkurses auf sechs Tage Sonderurlaub im Jahr verzichten. Seit 1989 gibt es alle zwei Monate einen Tag Sonderurlaub für Beamte, die mehr als fünf Stunden pro Tag an einem Computer sitzen.

Die Abschaffung sei ein "kleiner, aber symbolischer" Schritt bei der Modernisierung des veralteten öffentlichen Dienstes, erklärte Minister Kyriakos Mitsotakis, der für die Reform der Behörden zuständig ist. "Das stammt aus einer anderen Ära. In der heutigen Krisenzeit können wir nicht an solchen anachronistischen Privilegien festhalten."

Dem Sparkurs sind bereits andere sonderbar anmutende Zulagen zum Opfer gefallen - etwa ein Bonus für das regelmäßige Erscheinen bei der Arbeit. Unverheiratete Töchter haben mittlerweile nach dem Tod ihres Vaters auch keinen Anspruch mehr auf dessen Pension, wie zuvor üblich.

Im Öffentlichen Dienst in Griechenland sind insgesamt 600.000 Menschen beschäftigt. Bis Ende 2014 will Griechenlands Regierung rund 15.000 Beamte entlassen, darunter rund 1500 korrupte Staatsdiener. Doch an anderer Stelle sollen diese wieder eingestellt werden. Griechenland kämpft seit Jahren vergeblich um eine effiziente Verschlankung des aufgeblähten Staatsapparats.

mia/Reuters
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