Eurozone Schuldenerlass für Athen entzweit Deutschland und Frankreich

Deutschland und Frankreich sind nach SPIEGEL-Informationen beim Thema Griechenland-Hilfen tief gespalten. An der Frage der Schuldenerleichterungen könnte eine Einigung der Euro-Gruppe scheitern.
Michel Sapin (l), und Wolfgang Schäuble

Michel Sapin (l), und Wolfgang Schäuble

Foto: Gregor Fischer/ dpa

Das Treffen der Euro-Gruppe zu Hilfen für Griechenland am Montag droht zu scheitern. Grund dafür ist nach SPIEGEL-Informationen ein tief greifendes Zerwürfnis zwischen Deutschland und Frankreich. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin befürwortet Schuldenerleichterungen für Griechenland, weil er glaubt, ohne eine solche Zusage könne die griechische Regierung die von den Geldgebern verlangten Sparbeschlüsse nicht durchs Parlament bringen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist strikt dagegen.

Zunächst müsse die erste Überprüfung des dritten Hilfsprogramms abgeschlossen sein, die seit Oktober 2015 überfällig ist. Zusätzlich müsse die Regierung des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras Vorratsbeschlüsse zu weiteren Sparmaßnahmen verabschieden, vorher sei an Schuldenerleichterungen nicht zu denken, meint Schäuble.

Deutschlands Verbündete in der Frage sind Finnland und Österreich, zu Frankreich steht neben Griechenland vor allem Portugal. Kommissionschef Jean-Claude Juncker hält allerdings die Forderungen nach Vorratsbeschlüssen für politisch heikel.

Zusätzlich erschwert werden die Verhandlungen durch den Internationalen Währungsfonds, der anders als Deutschland einen sehr weitreichenden Schuldenerlass für die Griechen fordert und vergangene Woche einen neuen Vorschlag dazu vorgelegt hat. Dieser soll Schuldenerleichterungen für mehrere Jahrzehnte vorsehen.

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