Dickens-Zitat Griechenland stichelt mit Weihnachtskarte gegen Geldgeber

Auch Weihnachtspost kann politisch sein. Das beweist das griechische Finanzministerium mit einer Karte, die Ebenezer Scrooge zeigt. Geizkragen wie die dickenssche Romanfigur gibt es nach Ansicht der Beamten auch heute.

Scrooge (l.) auf Weihnachtskarte des griechischen Finanzministeriums

Scrooge (l.) auf Weihnachtskarte des griechischen Finanzministeriums


Mit einer elektronischen Weihnachtskarte an Journalisten hat das griechische Finanzministerium kaum verschlüsselt die Gläubiger des Landes kritisiert. Die Nachricht zeigt eine Szene mit Ebenezer Scrooge, den legendären Geizkragen aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Auf der Zeichnung wird er vom Gespenst seines früheren Geschäftspartners Jacob Marley besucht - einem von mehreren Geistern, die ihn schließlich dazu bringen, seine Hartherzigkeit aufzugeben.

"Vielleicht enthalten alle Weihnachtsgeschichten einen Furcht einflößenden Ebenezer, der die Weihnachtsgeister in trostloser Einsamkeit empfängt, und vielleicht ist unsere Weihnachtsgeschichte keine Ausnahme", heißt es in der Karte. "Aber, liebe Freunde und Kollegen, unsere Wünsche werden sich gegen alle Ebenezer dieser Welt durchsetzen. Ein sehr frohes neues Jahr, mit Gesundheit und Liebe für alle um uns herum."

Griechenland ist seit 2010 auf Finanzhilfen der übrigen Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Die Regierung dringt auf eine dauerhafte Reduzierung ihrer Schuldenlast. Dies wird auch vom IWF unterstützt, trifft aber insbesondere bei der Bundesregierung auf Ablehnung. Zuletzt hatte Premierminister Alexis Tsipras für Irritationen gesorgt, weil er ohne Rücksprache mit den Geldgebern eine Weihnachtsgeldzahlung für Rentner ankündigte.

dab/Reuters



insgesamt 102 Beiträge
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Badischer Revoluzzer 23.12.2016
1. Wer es bis heute
noch nicht bemerkt hat, wird es nie bemerken, wie wir hier von den Griechen verar...t werden. Pardon. Unsere Polit-Eurokraten werden es natürlich nie bemerken wollen.
Eduschu 23.12.2016
2. Witzig, witzig
Das ist der Unterschied zwischen Hunden und Menschen. Hilfst Du einem Hund in der Not, wird er es Dir danken. Hilfst Du einem Menschen, wird er noch mehr fordern und wenn er noch mehr bekommen hat (1. Schuldenschnitt), will er alles (komplette Schuldenübernahme).
schwaebischehausfrau 23.12.2016
3. Einfach nur dreist....
..aber bisher hat sich diese Masche ja immer bewährt für die Griechen: Einfach auf "arm" machen und sich von EU-Steuerzahlern durchfüttern lassen, die deutlich weniger vermögend sind als die Griechen selbst mit ihren Luxus-Pensionen , Frühverrentungen und "Weihnachtsgeld" für Rentner - davon können die Rentner in den meisten anderen EU-Staaten nur träumen.
lopezzz 23.12.2016
4. Ach du jeh,
nicht mal ein Witzle dürfen sie mehr machen, die Griechen... schon gar nicht in Baden, wo die vermeintlichen Revoluzzer wohnen.... lachte darüber eigentlich die Sonne oder die ganze Welt? Ich weiß es nicht mehr recht...
ahartmann 23.12.2016
5. Einfach nur traurig
Da halten wir dieses undankbare Bergvölkchen seit mehr als einem halben Jahrzehnt finanziell am Leben und zum Dank muss man sich von diesen Typen auch noch beleidigen lassen! Es wird Zeit dieses Land am langen Arm unbarmherzig verhungern zu lassen. Vllt könnte man einen Deal mit den Türken ausmachen ; für eine angemessene Abschlagszahlung erlauben wir dem Sultan sein Kalifat zu erweitern und in ein paar Jahren haben die Griechen dann eventuell die Türken in die Pleite getrieben .... Zwei Fliegen mit einer Klappe!
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