Dickens-Zitat Griechenland stichelt mit Weihnachtskarte gegen Geldgeber

Auch Weihnachtspost kann politisch sein. Das beweist das griechische Finanzministerium mit einer Karte, die Ebenezer Scrooge zeigt. Geizkragen wie die dickenssche Romanfigur gibt es nach Ansicht der Beamten auch heute.
Scrooge (l.) auf Weihnachtskarte des griechischen Finanzministeriums

Scrooge (l.) auf Weihnachtskarte des griechischen Finanzministeriums

Mit einer elektronischen Weihnachtskarte an Journalisten hat das griechische Finanzministerium kaum verschlüsselt die Gläubiger des Landes kritisiert. Die Nachricht zeigt eine Szene mit Ebenezer Scrooge, den legendären Geizkragen aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Auf der Zeichnung wird er vom Gespenst seines früheren Geschäftspartners Jacob Marley besucht - einem von mehreren Geistern, die ihn schließlich dazu bringen, seine Hartherzigkeit aufzugeben.

"Vielleicht enthalten alle Weihnachtsgeschichten einen Furcht einflößenden Ebenezer, der die Weihnachtsgeister in trostloser Einsamkeit empfängt, und vielleicht ist unsere Weihnachtsgeschichte keine Ausnahme", heißt es in der Karte. "Aber, liebe Freunde und Kollegen, unsere Wünsche werden sich gegen alle Ebenezer dieser Welt durchsetzen. Ein sehr frohes neues Jahr, mit Gesundheit und Liebe für alle um uns herum."

Griechenland ist seit 2010 auf Finanzhilfen der übrigen Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Die Regierung dringt auf eine dauerhafte Reduzierung ihrer Schuldenlast. Dies wird auch vom IWF unterstützt, trifft aber insbesondere bei der Bundesregierung auf Ablehnung. Zuletzt hatte Premierminister Alexis Tsipras für Irritationen gesorgt, weil er ohne Rücksprache mit den Geldgebern eine Weihnachtsgeldzahlung für Rentner ankündigte.

dab/Reuters
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