Griechenlands Reformprogramm Geldgeber werfen Syriza Rücksichtnahme auf Reiche vor

Übt Griechenlands linke Regierung zu viel Nachsicht mit reichen Eliten? Vertreter der internationalen Geldgeber kritisieren nach SPIEGEL-Informationen eine soziale Schieflage im Reformprogramm von Syriza.
Griechische Flaggen: Soziale Schieflage im Reformprogramm

Griechische Flaggen: Soziale Schieflage im Reformprogramm

Foto: AP/dpa

Ausgerechnet die linksgerichtete Syriza-Regierung soll zu viel Nachsicht mit Griechenlands Reichen walten lassen. Griechische Regierungsvertreter seien mindestens zweimal gewarnt worden, wohlhabenden Einwohnern Steuerschulden zu stunden, erfuhr der SPIEGEL aus Verhandlungskreisen. Doch habe sich Athen darüber hinweggesetzt und damit eine rote Linie überschritten. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Zwar hatte bereits die Regierung des konservativen Regierungschefs Antonis Samaras beschlossen, den Griechen Steuerstundungen zu ermöglichen. Doch waren davon die 6500 größten Steuersünder ausgenommen.

"Die jetzige Regierung hat die Steuerstundungen sogar noch ausgeweitet und auch die relativ Vermögenden einbezogen", kritisiert der deutsche Ökonom Klaus Masuch, der fünf Jahre Delegationsleiter der Europäischen Zentralbank für Griechenland war und nun in der EZB jene Länder kontrolliert, die Hilfen von der EU bekommen.

Die bisher vorgelegten Pläne der Athener Regierung hält Masuch für nicht ausreichend. "Wir brauchen ein umfassendes Paket mit einer kritischen Masse an Reformen", sagte er dem SPIEGEL.