Schuldenkrise in Griechenland Varoufakis verspricht Rückzahlung des IWF-Kredits

Zahlen sie oder zahlen sie nicht? 460 Millionen Euro muss Griechenland diese Woche an den Weltwährungsfonds IWF überweisen. Finanzminister Varoufakis reiste eigens nach Washington, um mit dem wichtigen Geldgeber zu verhandeln.
Schuldenkrise in Griechenland: Varoufakis verspricht Rückzahlung des IWF-Kredits

Schuldenkrise in Griechenland: Varoufakis verspricht Rückzahlung des IWF-Kredits

Foto: YVES HERMAN/ REUTERS

Es wird mal wieder eine Zitterwoche für Griechenland und seine Gläubiger. Rund 460 Millionen Euro sind am Donnerstag fällig - Geld, das der Internationale Währungsfonds (IWF) dem hochverschuldeten Land einst geliehen hat und das er nun fristgerecht zurückhaben will.

Ob das klappt, war zuletzt fraglich. Die griechische Regierung selbst hatte Zweifel daran gesät - weshalb Finanzminister Gianis Varoufakis nun nach Washington reisen musste, um die Sache im persönlichen Gespräch mit IWF-Chefin Christine Lagarde wieder zurechtzurücken.

"Ich begrüße die Zusage des Ministers, dass die ausstehende Zahlung an den Fonds am 9. April stattfinden wird", ließ Lagarde anschließend mitteilen. Und auch Varoufakis selbst versicherte, sein Land beabsichtige, alle Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern einzuhalten, und zwar "ad infinitum", also unbegrenzt.

Beide Seiten hätten darin übereingestimmt, dass eine effektive Zusammenarbeit im Interesse aller liege, hieß es in der schriftlichen Erklärung Lagardes. "Anhaltende Unsicherheit" sei dagegen nicht im Interesse Griechenlands.

Der IWF und die Staaten der Eurozone hatten Griechenland seit 2010 im Rahmen zweier Hilfspakete Kredite über rund 227 Milliarden Euro gewährt - gut 30 Milliarden davon vom IWF. Die IWF-Kredite müssen schon jetzt in regelmäßigen Raten zurückgezahlt werden, die übrigen Kredite werden erst ab dem Jahr 2020 fällig. Gelingt die Rückzahlung nicht,wäre das Land offiziell pleite.

Um die Tilgungen zu leisten, braucht Griechenland eigentlich weitere Hilfskredite - doch die fließen derzeit nicht, weil die im Januar neu gewählte Regierung um Ministerpräsident Alexis Tsipras sich mit den Gläubigern des Landes überworfen hat und bestimmte Sparauflagen nicht mehr erfüllen will. Im Februar hatten sich beide Seiten auf die Freigabe weiterer 7,2 Milliarden Euro geeignet - doch auch diese Auszahlung ist an die Umsetzung von Reformplänen gekoppelt, die die Athener Regierung in Brüssel vorlegen muss.

Die Verhandlungen darüber stocken - zuletzt hatte der IWF nach SPIEGEL-Informationen sogar seine Unterhändler vorübergehend aus Athen zurückbeordert. Auch darüber haben Lagarde und Varoufakis offenbar gesprochen. Der Minister habe zugesagt, die Arbeitsbedingungen für die Fachleute zu verbessern, teilte Lagarde mit. Die technischen Prüfungen in Athen sollen deshalb ebenso wie die politischen Gespräche in Brüssel am Montag fortgesetzt werden.

Spätestens beim nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am 24. April will Griechenland einen Durchbruch schaffen. Bis dahin müsse es eine vorläufige Einigung geben, sagte Varoufakis der griechischen Zeitung "Naftemporiki".

Der IWF gilt in den Verhandlungen als besonders harter Gläubiger. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, fordert er von Athen Rentenkürzungen und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer - beides Punkte, die die neue Regierung unbedingt vermeiden will.

stk/dpa-AFX/Reuters
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