Griechische Schuldenkrise Die Sprechblasen von Syriza

Gesagt, getan? Von wegen: Die griechische Regierung hat viel versprochen und angedroht - aber bislang wenig davon wahr gemacht. Hier sind fünf entlarvte Phrasen von Tsipras, Varoufakis & Co.

Ankündigung:
Am 27. Januar versprach der designierte Schifffahrtsminister Theodoros Dritsas:

Foto: Corbis

Realität:
Am 29. März bot die Athener Regierung China eine Mehrheitsbeteiligung am Hafen von Piräus "binnen weniger Wochen" an.



Ankündigung:
Am 30. Januar sagte Finanzminister Gianis Varoufakis auf einer Pressekonferenz:

Foto: AFP

Realität:
Letztlich verbot Syriza der Troika nur, griechische Ministerien zu betreten. Zudem wurde die Troika in "Die Institutionen" umbenannt. Ihre Arbeit setzte das Gremium aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) aber fort.



Ankündigung:
Anfang Februar versprach Ministerpräsident Alexis Tsipras im griechischen Parlament:

Foto: DPA

Realität:
Beim Thema Gerechtigkeit gilt offenbar: Alle sind gleich - aber Millionäre sind gleicher. So wurde bekannt, dass Tsipras, anders als sein Vorgänger Antonis Samaras, auch den Superreichen die Steuerschulden stunden will - trotz Kritik der EZB.



Ankündigung:
Mitte März sagte * Finanzminister Varoufakis in einer Talkshow von Günther Jauch:

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Foto: DPA

Realität:
Varoufakis ordnet hier Athens Probleme in den gesamteuropäischen Kontext ein - gleichzeitig übertreibt er dreist. Laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" hatte Tsipras noch kurz vor Ausstrahlung der Jauch-Show zu EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gesagt, seine Regierung brauche dringend Geld. Inzwischen versucht Syriza sogar, öffentlich-rechtliche Betriebe zu zwingen, Geld an die griechische Zentralbank zu überweisen, um Kredite noch zu bedienen.



Ankündigung:
Am 1. April zitierte* der SPIEGEL den griechischen Innenminister Nikos Voutsis mit den Worten:

Foto: DPA

Realität:
Neue Hilfsgelder der EU bekam die Syriza-Regierung bis zum 9. April zwar nicht - sie kratzte trotzdem das Geld zusammen, um die Rate eines IWF-Kredits fristgemäß zu überweisen. Alles andere hätte auch dazu führen können, dass Griechenland sofort als zahlungsunfähig eingestuft worden wäre.


*Das Zitat wurde der Verständlichkeit halber gekürzt. Sein Sinnzusammenhang blieb erhalten.

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