Steuerhinterziehung Griechenland will Kartenzahler mit Lotterie belohnen

Pro Monat soll es 1000 mal 1000 Euro geben: Mit einer Lotterie will Griechenland die Nutzer elektronischer Bezahlkarten belohnen und so Steuerhinterziehung bekämpfen. Allerdings könnten Griechenlands Reiche mal wieder Vorteile haben.
Passant in Athen (Archivbild)

Passant in Athen (Archivbild)

Foto: Orestis Panagiotou/ picture alliance / dpa

Mit einer stattlichen Gewinnsumme will Griechenland Bürger dazu bewegen, ihre Einkäufe mit Karte zu bezahlen und so die Steuerhinterziehung bekämpfen. Geplant sei, monatlich 1000 Griechen auszulosen, die nachweislich viele ihrer Ausgaben elektronisch bezahlten, berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Die zufällig ausgewählten Bürger sollten dann je 1000 Euro Belohnung erhalten.

Rund 3,8 Millionen griechische Bürger und Unternehmen schulden dem Staat insgesamt 95 Milliarden Euro an Steuern. Schon länger suchen griechische Regierungen nach Wegen, um die verbreiteten Steuerhinterziehung einzudämmen. Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis wollte 2015 sogar Normalbürger zu Kurzzeit-Steuerfahndern ausbilden, die mit versteckten Kameras und Mikrofonen auf die Jagd nach Mehrwersteuerhinterzieher gehen sollten. Praktikabler als dieser Vorschlag dürfte die jetzt geplante Lotterie allemal sein.

Allerdings könnte das Vorhaben einmal mehr Griechenlands ohnehin privilegierte Reiche bevorzugen: Berichten zufolge soll die Zahl der Lose abhängig von der ausgegebenen Summe sein. Bürger mit großem Budget hätten also deutlich höhere Gewinnchancen als Normalverbraucher. Dabei ist der Mehrwertsteuerbetrug gerade bei kleinen Summen in Läden oder Restaurants verbreitet.

Die genaue Ausgestaltung der Lotterie ist noch offen. Zum konkreten Ablauf werde in den kommenden Tagen ein Ministerialbescheid erfolgen, hieß es.

dab/gec/dpa
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