Rückkehr an den Finanzmarkt Griechenland will sich 2016 wieder privates Geld leihen

Das hochverschuldete Griechenland will sich ab 2016 wieder Geld bei privaten Investoren leihen. Das kündigte Finanzminister Tsakalotos an. Er habe dazu schon mit Hedgefonds gesprochen.
Finanzminister Tsakalotos: Mit Hedgefonds gesprochen

Finanzminister Tsakalotos: Mit Hedgefonds gesprochen

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

Griechenland will sich im kommenden Jahr wieder Geld am Anleihemarkt besorgen. Geplant sei eine Rückkehr in der zweiten Jahreshälfte 2016, sagte Finanzminister Euklidis Tsakalotos am Rande einer Veranstaltung in London.

Es wäre der zweite Comeback-Versuch Griechenlands. Im Frühjahr 2014 hatte das Land nach jahrelanger erzwungener Abstinenz erstmals wieder längerfristige Staatsanleihen an private Investoren verkauft. Kurz danach war allerdings Schluss, die Stimmung verschlechterte sich wieder.

So funktionieren Staatsanleihen

Nun also ein neuer Anlauf: Tsakalotos sagte, er habe am Dienstag mit Hedgefonds über dieses Thema gesprochen. "Es ging um generelle Sachen wie den Zeitplan, die griechische Wirtschaft, die Rekapitalisierung der Banken, wann wir eine Rückkehr an die Märkte planen und so weiter", sagte der Finanzminister.

Die griechische Regierung hatte am Dienstag erklärt, bis Ende der Woche die letzten Bedingungen für die Auszahlung weiterer Milliardenhilfen der Europartner zu erfüllen. Insgesamt geht es um bis zu 86 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre. Es ist das dritte Hilfspaket seit 2010. In zwei vorangegangenen Paketen wurden dem Land seit 2010 bereits mehr als 200 Milliarden Euro geliehen.

Durch die Vereinbarung über die neuen öffentlichen Kredite war das Land im Juli vor der Staatspleite und einem drohenden Austritt aus der Eurozone bewahrt worden, musste sich dafür aber zu harten Reformen und Sparauflagen verpflichten.

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