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14. Juli 2015, 12:05 Uhr

Investoren aus Japan

Griechenland zahlt Schulden zurück

Dem Internationalen Währungsfonds bleibt Griechenland bereits zum zweiten Mal eine Zahlung schuldig, doch Investoren aus Japan haben ihr Geld zurückbekommen - aus gutem Grund.

Griechenland und die Europartner wollen wieder über weitere Hilfszahlungen für das hochverschuldete Land verhandeln. Doch das löst noch nicht die akute Finanznot des Landes. Diese trat wieder deutlich zutage. Denn eine beim Internationalen Währungsfonds (IWF) fällige Rate hat das Land am Montag nicht beglichen. Seine Schulden bei japanischen Privatinvestoren jedoch zahlte das Land am Dienstag zurück.

Wie die japanische Großbank Mizuho in Tokio mitteilte, überwies Athen 20 Milliarden Yen (umgerechnet 144 Millionen Euro). Die sogenannten Samurai-Bonds hatte die griechische Regierung vor genau zwei Jahrzehnten an private japanische Investoren ausgegeben. Sie wurden am Dienstag fällig. Die Bank habe 20 Milliarden Yen an Kapital und Zinsen erhalten, sagte ein Sprecher der Bank. Die Einnahmen würden nun an die Investoren zurückgegeben.

Die Finanzmärkte hatten mit Spannung erwartet, ob Athen diese Schulden begleichen würde. Für Griechenland ist es deshalb so wichtig, die Schulden bei den privaten Banken zu bedienen, da sonst die großen Ratingagenturen einen Zahlungsausfall und damit die Pleite des Landes feststellen würden.

Griechenland "wollte sich den Zugang zu den Kapitalmärkten sichern, indem es seine Verpflichtungen gegenüber privaten Investoren erfüllt hat", sagte Sayuri Ito vom NLI-Forschungsinstitut in Tokio. Jeder neue von Griechenland in Yen ausgegebene Schuldtitel sei aber nur für Anleger mit einer "sehr hohen Risikobereitschaft" interessant.

Im Vergleich zu den Verbindlichkeiten gegenüber IWF und EU erscheinen die griechischen Verpflichtungen gegenüber den privaten Investoren verschwindend klein. Anfang Juli war Griechenland als erstes Industrieland beim IWF in Zahlungsverzug geraten. Athen ließ die Frist für eine fällige Rate von 1,5 Milliarden Euro verstreichen. Eine für Montag fällige Rate von 456 Millionen Euro ging ebenfalls nicht ein, womit die beim IWF überfällige Summe auf gut zwei Milliarden Euro anstieg. Am kommenden Montag wird eine Rückzahlung Griechenlands in Höhe von 3,5 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB) fällig.

Ende Juni hatten die Europartner ihr bisheriges Hilfsprogramm für Athen auslaufen lassen, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung geplatzt waren. Bei dem jüngsten Euro-Sondergipfel einigten sich die 19 Euroländer darauf, mit Griechenland über ein drittes Hilfspaket zu verhandeln. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras musste im Gegenzug eine Reihe weiterer harter Reform- und Sparauflagen zusagen.

mmq/AFP

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