Hitzewelle Griechische Müllmänner beenden Streik

Der Gestank war teilweise unerträglich: Ein Streik der griechischen Müllabfuhr hat in den Straßen im ganzen Land Müllberge anwachsen lassen. Jetzt hat die Gewerkschaft eingelenkt. Grund: die Hitzewelle.

Müllberg in der Nähe von Athen
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Müllberg in der Nähe von Athen


Die Arbeiter der griechischen Müllabfuhr haben ihren Streik nach elf Tagen beendet. Die Gewerkschaft der Beschäftigten im öffentlichen Dienst teilte mit, dass der Arbeitskampf zu Ende sei. Als Grund wurde die Hitzewelle angeführt. Der Streik hatte im ganzen Land zu überquellenden Müllbergen in den Straßen geführt.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras versprach den Beschäftigten vorübergehend neue Dienstverträge und Gehälter, die sich an ihrer Arbeitserfahrung bemessen. Aus Solidarität mit den Beschäftigten der Müllabfuhr hatten auch am Vormittag wieder Tausende Menschen in Athen demonstriert. Betroffen von den Ausständen waren auch Thessaloniki und Kreta.

Die Lage ist vor allem wegen der sommerlichen Hitze dramatisch. In Athen wurden die Bürger aufgefordert, keine Mülleimer mehr auf die Straßen zu stellen. Der Wetterbericht hat für kommendes Wochenende eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 44 Grad vorausgesagt.

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Mitten in Urlaubssaison: Griechenland feuert Müllmänner - Athen versinkt im Unrat

Bis die Müllberge endgültig beseitigt sind, könnte es Wochen dauern. Auch der Schaden des Streiks ist noch nicht abzusehen. Touristen zeigten sich entsetzt und viele Einkaufsstraßen, Cafés und Tavernen blieben immer öfter leer, weil direkt davor stinkende Müllhaufen lagen.

brt/AFP/dpa

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Solid 29.06.2017
1. Viel zu früh eingeknickt
Das Gericht hat entschieden, dass die Müllmänner nicht nur nicht bezahlt werden dürfen, sondern auch ihre Löhne zurückzahlen müssen. Man muss schon sehr masochistisch veranlagt sein, auf diese Weise seinen persönlichen Ruin noch zu vertiefen. Denn jeder Handschlag kostet die Müllmänner Geld, am Ende werden sie noch Miete für die unberechtigt genutzten Müllautos zahlen müssen. Da muss erst mal mehrere Monate gestreikt werden, bis die Gesetzeslage und die juristische Lage halbwegs verlässlich aufgeabeitet wird. So fehlt es an Leidensdruck...
97anna79 29.06.2017
2.
So ein Blödsinn. Komme gerade aus Athen. Habe wunderbarst gespeist - mit Blick auf freie Strassen. Der übliche Müll. Nothing more. Nothing less. Offenbar leben wir in zweierlei Realitäten.
w.diverso 29.06.2017
3. Das klingt aber doch ein bisschen wirr.
Zitat von SolidDas Gericht hat entschieden, dass die Müllmänner nicht nur nicht bezahlt werden dürfen, sondern auch ihre Löhne zurückzahlen müssen. Man muss schon sehr masochistisch veranlagt sein, auf diese Weise seinen persönlichen Ruin noch zu vertiefen. Denn jeder Handschlag kostet die Müllmänner Geld, am Ende werden sie noch Miete für die unberechtigt genutzten Müllautos zahlen müssen. Da muss erst mal mehrere Monate gestreikt werden, bis die Gesetzeslage und die juristische Lage halbwegs verlässlich aufgeabeitet wird. So fehlt es an Leidensdruck...
Dass die griechischen Müllmänner für ihre Arbeit bezahlen müssen, ist aber doch etwas sehr an den Haaren herbeigezogen. Das stand wohl im Schulterblatt. :-) Was ich mal über einen anderen öffentlichen Dienst, und zwar die Eisenbahn gelesen habe, war haarsträubend. Das war auch noch weit vor der momentanen Krise in Griechenland und stand auch nicht nicht in einem MSM. Da wundert es einem nicht, wenn der Staat versucht bei solchen Betrieben etwas die Auswüchse zu reduzieren. War vielleicht bei den Müllmännern ähnlich. Dass dann gestreikt wird, hat doch überall gute Tradition. Ob die Streiks auch begründet sind, ist wieder eine andere Frage.
StefanieTolop 30.06.2017
4. Welche Krise
Und ich hab immer gedacht in Griechenland sei gerade Krise. Entweder habe ich mich da getäuscht, oder ich bin nur unglaublich naiv. Meine Vorstellung von Krise ist, dass die Menschen die Ärmel hochkrempeln und anpacken und arbeiten was das Zeug hält. Mein Gott bin ich naiv...
meinemeinungsfreiheit 30.06.2017
5. Griechisches Müllproblem
Es stinkt immer wieder in Griechenland, auch wenn die Müllabfuhr nicht streikt. Das ist da richtig schlecht organisiert, Müll wird größtenteils einfach so vor den Gebäuden auf die Straße geworfen-danach wartet man, ob es jemand abholt! Also oft eine Glückssache. Möchte nicht wissen, wie es in Hotels, Cafés und Restaurants in der Küche aussieht!! Auf den Inseln ist das Problem noch größer, da der Müll auch noch wegtransportiert werden muss. Vielleicht hätte man die Milliarden an EU-Geldern auch hier einsetzen müssen...
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