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20. Dezember 2013, 17:00 Uhr

Schuldenkrise

Griechische Steuerfahnder ermitteln gegen Mercedes, BMW und Opel

Griechische Steuerbehörden knöpfen sich Mercedes, BMW und Opel vor. Nach SPIEGEL-Informationen sind die Autohersteller wegen extrem niedriger Exportpreise ins Visier der Fahnder geraten. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück.

Deutsche Autohersteller sind ins Fadenkreuz der griechischen Steuerbehörden geraten: Nach SPIEGEL-Informationen ermitteln sie wegen möglichen Steuerbetrugs gegen Mercedes-Benz, BMW und Opel.

Anlass für die Untersuchungen sind extrem niedrige Verrechnungspreise, zu denen die deutschen Unternehmen ihre Fahrzeuge an die Vertriebsgesellschaften in Griechenland abgeben. Dieser Preis ist die Grundlage für eine Reihe von Steuern, je niedriger er ausfällt, desto geringer sind die Einnahmen des griechischen Staats, von der Mehrwertsteuer über die Registrierungsabgabe bis zur Luxussteuer. Mercedes-Benz stellt für eine S-Klasse (S 500 CGI Blue Efficiency) beispielsweise dem hauseigenen Importeur nur 22.135 Euro in Rechnung. Der Verkaufspreis liegt bei mehr als dem Vierfachen.

Theodoros Floratos, der Direktor der griechischen Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität (SDOE), sagte dem SPIEGEL: "Wir ermitteln gegen eine Reihe internationaler Automobilfirmen wegen möglicher Steuervergehen." Mercedes-Benz und BMW beteuern, die Verrechnungspreise basierten auf internationalen Steuerstandards. Sie stünden in Einklang mit den OECD-Regeln und dem europäischen Recht.

Grund für die niedrigen Verrechnungspreise sei der Einbruch des griechischen Automobilmarktes. Die Händler sollen durch die günstigen Einkaufspreise in die Lage versetzt werden, potentielle Kunden mit einem hohen Rabatt zu locken.

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