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07. September 2012, 14:55 Uhr

Folgen des Sparpakets

Griechische Wirtschaft bricht um sechs Prozent ein

Neue Hiobsbotschaften aus Griechenland: Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent geschrumpft. Hauptgrund für den Rückgang sind die drakonischen Sparmaßnahmen gegen die Schuldenkrise.

Athen - Die griechische Wirtschaft bleibt eines der großen Sorgenkinder in Europa. Im zweiten Quartal brach die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent ein, wie die nationale Statistikbehörde Elstat am Freitag in Athen mitteilte. Schon im ersten Quartal war die Wirtschaft um 6,5 Prozent geschrumpft.

Das überschuldete Euro-Land befindet sich im fünften Jahr der Rezession. Trotz rigider Einsparungen reichen die Anstrengungen immer noch nicht aus, um die Neuverschuldung in den Griff zu bekommen. Im Gegenteil: Konsum und Produktion werden durch immer neue Kürzungen regelrecht abgewürgt. Investoren scheuen neue Engagements in dem Krisenland.

Die Zahlen der Statistiker sprechen eine deutliche Sprache: Die Ausgaben der privaten Haushalte sanken zwischen April und Juni um 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nachdem sie im ersten Jahresviertel bereits um 8,7 Prozent gefallen waren. Der Staatskonsum ging um 3,7 Prozent zurück, nachdem er im ersten Quartal um 0,2 Prozent gestiegen war. Die Ausfuhren fielen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent und die Importe sackten um 12,3 Prozent.

Die Folge: Griechenland muss noch mehr sparen. In den kommenden beiden Jahren muss die Regierung in Athen weitere 11,5 Milliarden Euro streichen. Mindestens. Und zusätzlich zu den ohnehin beschlossenen Einsparungen. Die Hauptlast werden die Staatsbediensteten und Rentner erbringen.

ssu/dapd

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