Folgen des Sparpakets Griechische Wirtschaft bricht um sechs Prozent ein

Neue Hiobsbotschaften aus Griechenland: Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent geschrumpft. Hauptgrund für den Rückgang sind die drakonischen Sparmaßnahmen gegen die Schuldenkrise.

Geschlossene Bank in Athen:
REUTERS

Geschlossene Bank in Athen:


Athen - Die griechische Wirtschaft bleibt eines der großen Sorgenkinder in Europa. Im zweiten Quartal brach die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent ein, wie die nationale Statistikbehörde Elstat am Freitag in Athen mitteilte. Schon im ersten Quartal war die Wirtschaft um 6,5 Prozent geschrumpft.

Das überschuldete Euro-Land befindet sich im fünften Jahr der Rezession. Trotz rigider Einsparungen reichen die Anstrengungen immer noch nicht aus, um die Neuverschuldung in den Griff zu bekommen. Im Gegenteil: Konsum und Produktion werden durch immer neue Kürzungen regelrecht abgewürgt. Investoren scheuen neue Engagements in dem Krisenland.

Die Zahlen der Statistiker sprechen eine deutliche Sprache: Die Ausgaben der privaten Haushalte sanken zwischen April und Juni um 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nachdem sie im ersten Jahresviertel bereits um 8,7 Prozent gefallen waren. Der Staatskonsum ging um 3,7 Prozent zurück, nachdem er im ersten Quartal um 0,2 Prozent gestiegen war. Die Ausfuhren fielen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent und die Importe sackten um 12,3 Prozent.

Die Folge: Griechenland muss noch mehr sparen. In den kommenden beiden Jahren muss die Regierung in Athen weitere 11,5 Milliarden Euro streichen. Mindestens. Und zusätzlich zu den ohnehin beschlossenen Einsparungen. Die Hauptlast werden die Staatsbediensteten und Rentner erbringen.

ssu/dapd



insgesamt 18 Beiträge
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Gluehweintrinker 07.09.2012
1. Der Grund liegt nicht im Sparen
...sondern im Stopp beim Schuldenmachen. Es hat also schon vorher gar keine griechische Wirtschaft gegeben, denn was auf Pump gebaut ist, das ist keine Wirtschaft, sondern geliehener Wohlstand. Wie blind muss man eigentlich sein, um das nicht zu sehen?
Leser161 07.09.2012
2.
Ja und besser ehrliches Geld verdienen als ein Aufschwung für den man dann wieder die Rechnung nicht bezahlen kann (wie grade gehabt)
drsteffenkleinlich 07.09.2012
3. eher verwirrend als deutlich
"Die Zahlen der Statistiker sprechen eine deutliche Sprache: Die Ausgaben der privaten Haushalte sanken zwischen April und Juni um 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nachdem sie im ersten Jahresviertel bereits um 8,7 Prozent gefallen waren...." das soll deutlich sein? Man muss es schon genau lesen, um zu verstehen, dass sich die Lage eigentlich um 0,7 Prozent gebessert hat. Oder verstehe ich das jetzt falsch? Hat diesen Satz die SPON Redaktion Verstanden?
MütterchenMüh 07.09.2012
4. na und
Zitat von sysopREUTERSNeue Hiobsbotschaften aus Griechenland: Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent geschrumpft. Hauptgrund für den Rückgang sind die drakonischen Sparmaßnahmen gegen die Schuldenkrise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,854548,00.html
"Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß" is nu mal nich in der Realität. Ohne Opfer wird´s nichr gehen.
silverhair 07.09.2012
5.
Zitat von sysopREUTERSNeue Hiobsbotschaften aus Griechenland: Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent geschrumpft. Hauptgrund für den Rückgang sind die drakonischen Sparmaßnahmen gegen die Schuldenkrise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,854548,00.html
Was haben Fahrrad und Wirtschaft gemeinsam? Nun, beide fallen um wenn man nicht mehr tritt - und funktionieren tun beide nur dann wenn man "viel tritt" - und nicht etwa sich das Treten erspart! Nicht ausgegebenes "Geld" , nicht ausgeführter Konsum egal ob privater oder Industrieller muss so zwangsläufig zum Zusammenbruch des Wirtschaftssystems führen - Wirtschaftssystem und "Geld" beruhen nunmal auf der stetigen Produktion und dem Verbrauch von Gütern, und dem genau entgegensetztem Geldkreislauf! Und das was jetzt in Griechenland passiert, das wird auch letztlich irgendwann zwangweise in Deutschland ebenso passieren. Deutschlands Exporte beruhen hauptsächlich auf Industrie-Produkten - deren "Neuanschaffung" aber einen längeren Zeitlichen Rahmen hat. Während der private "Konsum" immer als erstes einbricht, bricht der "Industriegüter" Konsum erst Monate/Jahre später ein - weil dann der priv. Konsum fehlt , und man eben für "Nicht Konsum" auch keine Industrie-Produkte dann mehr Kauft! Und so steuert Europa auf die wohl größte Rezession aller Zeiten zu - vornehmlich ausgelößt von einer Frau Merkel die lieber mit Bankern feten feiert, statt sich wie für einen verantwortungsvollen Politiker gehört auch mal mit den notwendigen Grundlagen eines Wirtschaftsystems zu befassen - Wenn alle Sparen - dann gibts einfach keine Wirtschaft mehr - dann liegt nur noch Wertloses in irgendwelchen Panzerschränken - aber "kaufen" kann man dann dafür auch nichts mehr!
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