Großbritannien Regierung will Fleisch und Soja aus abgeholzten Wäldern verbieten

Auch London plant ein Lieferkettengesetz: Britische Unternehmen sollen demnach künftig sicherstellen, dass ihre Zulieferer keinen Regenwald abholzen.
Für Palmölplantagen wird Regenwald abgeholzt - häufig illegal

Für Palmölplantagen wird Regenwald abgeholzt - häufig illegal

Foto: Bagus Indahono/ dpa

Für Soja, Palmöl und Fleisch wird immer wieder illegal Regenwald abgeholzt - dem will Großbritannien nun mit einem Verkaufsstopp entgegentreten. Das Umweltministerium in London plant ein entsprechendes Gesetz, zu dem seit heute eine öffentliche Befragung  läuft.

Bei der Verarbeitung von Lebensmitteln müssten sich die britischen Unternehmen demnach an lokale Gesetze der Ursprungsländer halten und das auch nachweisen - andernfalls müssten sie Produkte aus dem Angebot nehmen, deren Anbau potenziell den Regenwald gefährdet.

Der Vorschlag kam Anfang des Jahres aus einem Gremium aus Wirtschaftsvertretern und Umweltorganisationen. In seinem Abschlussbericht  forderte das Gremium außerdem eine ähnliche Regelung für die Finanzbranche. So könnte die Regierung verhindern, dass Kredite und Investitionen aus Großbritannien die Regenwaldabholzung finanzieren. Dazu gibt es allerdings bislang keine Gesetzesinitiative.

Der aktuelle Vorschlag träfe nach Ministeriumsangaben nur eine "relativ kleine Anzahl größerer Unternehmen", die in Großbritannien aktiv sind.

Greenpeace: Tesco soll brasilianischen Fleischproduzenten fallen lassen

Große Supermarktketten wie Tesco sind im Vereinigten Königreich bereits unter Druck: Greenpeace forderte das Unternehmen auf, nicht mehr beim brasilianischen Fleischproduzenten JBS einzukaufen. JBS gilt als einer der größten Umweltsünder im südamerikanischen Regenwald. Mehr als 150.000 Menschen haben eine entsprechende Greenpeace-Petition  unterschrieben.

Den aktuellen Regierungsvorschlag kritisierte die Organisation, weil er sich nur auf lokale Umweltschutzgesetze bezieht: Gerade in Brasilien seien die häufig nicht ausreichend, sagte Greenpeace-Aktivistin Elena Polisano der Nachrichtenagentur Bloomberg .

jhm
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