»Draught Relief« Großbritannien senkt die Steuer auf Fassbier

Um Pubs nach der Coronapandemie zu unterstützen, senkt die Regierung von Boris Johnson die Abgaben für gezapftes Bier und Cider. Finanzminister Sunak spricht von einer »langfristigen Investition« in die Kneipenkultur.
Boris Johnson beim Biertrinken (Archivbild)

Boris Johnson beim Biertrinken (Archivbild)

Foto: WPA Pool/ Getty Images

Na dann Prost: Die Regierung senkt die Steuern auf Fassbier, Cider und Schaumweine. Mit dem »Draught Relief«-Paket – was sich wohl am ehesten als »Entlastung für Gezapftes« übersetzen lässt – will Finanzminister Rishi Sunak die Gastrobranche nach der Coronapandemie neu beleben, wie er im Parlament in London ankündigte. Der Durchschnittspreis für ein Pint Bier sinke um 3 Pence.

Sunak sprach laut der »BBC« von einer »langfristigen Investition in die britischen Pubs«, die »seit Jahrhunderten die Heimat des britischen Gesellschaftslebens« seien. Es handele sich »um die größte Steuersenkung bei Cider seit dem Jahr 1923« und die größte Biersteuersenkung »seit 50 Jahren«.

Eine geplante Steuererhöhung für Bier, Whisky, Wein und Cider wurde zudem gestoppt. Dies entspreche einer Steuersenkung von drei Milliarden Pfund, sagte Sunak bei der Vorstellung des Haushalts. Hingegen soll die Steuer auf Getränke mit mehr Alkoholgehalt steigen. Die Branche begrüßte die Ankündigung. Sie beschwert sich regelmäßig darüber, dass die Alkoholsteuer in Großbritannien deutlich höher sei als in vielen anderen Ländern.

Bereits vor der eigentlichen Vorstellung des Haushalts hatte die Regierung eine Anhebung des Mindestlohns sowie milliardenschwere Investitionen ins Verkehrsnetz sowie den nationalen Gesundheitsdienst NHS angekündigt. Die Lohnerhöhungen werden allerdings wahrscheinlich von der anziehenden Inflation aufgefressen, die kommendes Jahr auf vier Prozent steigen soll. Das Finanzministerium hatte auch neue Sozialhilfen gegen den Preisanstieg angekündigt, nachdem es kürzlich erst viele Hilfsleistungen aus der Pandemiezeit gestrichen hatte.

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Trotz der geplanten Milliardenausgaben kündigte der konservative Minister neue Budgetregeln an, die den Abbau der Staatsschulden verbindlich vorschreiben. Sie sollen Kreditaufnahmen nur für Investitionen in »unser zukünftiges Wachstum und unseren Wohlstand« zulassen, so Sunak.

Der Finanzminister profitiert dabei auch davon, dass das britische Wirtschaftswachstum höher ausfällt als bislang vorhergesagt: Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr voraussichtlich um 6,5 Prozent statt der im März prognostizierten 4,0 Prozent wachsen. Damit würde das Vereinigte Königreich »früher« als erwartet, nämlich bereits Anfang 2022, auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren.

mic/dpa/AFP
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