Günstiger Zinssatz Großbritannien zahlt 300 Jahre alte Schulden zurück

Die britische Staatskasse wird durch historische Verbindlichkeiten belastet: Die ältesten Schuldscheine gehen auf das Jahr 1720 zurück. Dank der aktuell niedrigen Zinsen wollen sich die Briten dieser Verpflichtung nun entledigen.
Großbritanniens Schatzkanzler George Osborne (Archiv): Als Erstes Rückzahlung von Schulden aus dem Ersten Weltkrieg geplant

Großbritanniens Schatzkanzler George Osborne (Archiv): Als Erstes Rückzahlung von Schulden aus dem Ersten Weltkrieg geplant

Foto: Yves Logghe/ AP/dpa

London - Im August 1720 platzte die Blase: Die britische South Sea Company hatte sich bei ihrem Handel mit Südamerika verspekuliert, die Aktien, die sie zuhauf ausgegeben hatte, waren nicht gedeckt. Das Börsengeschäft kollabierte, das Land stürzte in eine allgemeine Rezession. Um das Schlimmste abzuwenden, schnürte die britische Regierung ein Rettungspaket - das bis heute rote Zahlen in ihrer Kasse hinterlässt.

Laut einem Bericht der "New York Times"  schlugen die Ausgaben wohl mit mehreren Millionen Pfund zu Buche. Fast drei Jahrhunderte später zahlen die Briten noch immer Zinsen auf einen kleinen Teil dieser Verpflichtungen.

Großbritanniens Schatzkanzler George Osborne sieht unterdessen die Zeit gekommen, sich dieser Schulden zu entledigen. Der Zinssatz für Kredite ist günstig: Statt für die uralten Anleihen weiterhin 2,5 bis 4 Prozent Zinsen an die Gläubiger zu zahlen, kann die Regierung sich zum Satz von nur 1,5 Prozent frisches Geld für die Rückzahlung leihen.

Osborne plant laut dem Bericht, 2015 zunächst einen Teil der Schulden des Landes aus dem Ersten Weltkrieg zurückzuzahlen, dann sollten ältere Verpflichtungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert folgen.

Bei einer Schuldenlast von insgesamt 1,4 Billionen Pfund, die auf Großbritannien liegt, sind die historischen Verbindlichkeiten aber gering. Sie betragen laut "New York Times" insgesamt etwa 2,5 Milliarden Pfund.

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