47 Quadratmeter pro Person Menschen in Deutschland leben in immer größeren Wohnungen

Wohnraum wird in vielen Städten knapp - obwohl immer mehr gebaut wird. Wie passt das zusammen? Eine Erklärung findet sich in den Daten des Statistischen Bundesamtes.
Luxus Wohnraum, hier: ein Altbau in München

Luxus Wohnraum, hier: ein Altbau in München

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

Mehr als zwei Millionen Wohnungen sind in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland hinzugekommen - und trotzdem nehmen die Klagen über mangelnden Wohnraum nicht ab. Ein Teil der Erklärung findet sich in einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamtes: Die durchschnittliche Haushaltsgröße nimmt ab - und viele Bürger leisten sich den Luxus, auf mehr Quadratmetern pro Kopf zu wohnen.

In Zahlen bedeutet das: Im Schnitt waren Wohnungen in Deutschland 91,9 Quadratmeter groß, pro Kopf entfielen auf jeden Bewohner damit 47 Quadratmeter pro Kopf. 2010 lag dieser Wert noch bei 45 Quadratmetern. Auch gegenüber dem Vorjahr 2018 hatten die Menschen etwas mehr Platz, damals waren es 46,7 Quadratmeter pro Kopf. Besonders deutlich fällt der Zuwachs mit Blick auf den langfristigen Trend aus: Zur Jahrtausendwende lag die durchschnittlich bewohnte Fläche noch bei 39,5 Quadratmetern.

In die Berechnung flossen auch Ein- und Zweifamilienhäuser ein.

Den Wohnungsbestand in Deutschland bezifferten die Statistiker auf 42,5 Millionen Einheiten in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Das waren 0,7 Prozent oder 277.400 Wohnungen mehr als ein Jahr zuvor. Mittelfristig ist der Bestand deutlich gewachsen: Seit 2010 stieg er um fünf Prozent oder zwei Millionen Wohnungen. Da viele Neubauprojekte sehr großzügig geplant wurden, wuchs auch die Fläche des gesamten Wohnungsbestands in Deutschland kräftig, um 6,2 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Quadratmeter.

Gerade in Ballungsräumen sind große Wohnungen angesichts hoher Mieten allerdings teuer: Daher geben sich dort viele Mieter beim Abschluss von Neuverträgen mit weniger Fläche zufrieden, wie jüngst eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigte.

beb/dpa
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