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Altersarmut in der Statistik Grundrente lässt Zahl der Grundsicherungs-Empfänger steigen

Die geplante Grundrente hat einen unerwünschten Nebeneffekt. Nach SPIEGEL-Informationen könnte die Altersarmut statistisch um mehr als zehn Prozent steigen - obwohl die Betroffenen mehr Geld bekommen.
aus DER SPIEGEL 8/2020
Statistischer Effekt der Grundrente: Die Zahl der Bedürftigen steigt - obwohl sich ihre Situation verbessert

Statistischer Effekt der Grundrente: Die Zahl der Bedürftigen steigt - obwohl sich ihre Situation verbessert

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Stephan Scheuer/ picture alliance/ dpa

Die Zahl der Menschen mit einem Anspruch auf Grundsicherung im Alter dürfte künftig kräftig steigen - und zwar um 70.000 auf dann 630.000. Davon geht das Bundessozialministerium nach SPIEGEL-Informationen aus.

Grund ist die Ausgestaltung der Grundrente: Bezieher kleiner Renten können ab 2021 mit einem Zuschlag rechnen, wenn sie mindestens 33 Jahre lang Beiträge eingezahlt oder Angehörige betreut haben. Außerdem sollen langjährige Beitragszahler, die auf das Sozialamt angewiesen sind oder deren Einkommen knapp oberhalb der Grundsicherung liegt, künftig von einem neuen Freibetrag bis zu 216 Euro profitieren.

Er soll sicherstellen, dass langjährige Beschäftigte im Prinzip mehr als nur die staatliche Unterstützung zur Verfügung haben. Von diesem Freibetrag sollen 200.000 Senioren profitieren, 130.000 von ihnen werden nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums bereits heute in der Grundsicherungsstatistik geführt.

Das Detail zeigt die Paradoxie des Grundrenten-Kompromisses der Großen Koalition: Auf dem Papier steigt die Zahl der Bedürftigen, obwohl sich ihre finanzielle Lage verbessert.

cos
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