Altersarmut Eine halbe Million Senioren ist auf Grundsicherung angewiesen

Immer mehr Rentner brauchen staatliche Unterstützung. Binnen eines Jahres stieg die Zahl von Senioren mit Grundsicherung um 34.500 auf eine halbe Million. Besonders oft trifft es Frauen in Westdeutschland.
Seniorengruppe: Zahl der Empfänger von Grundsicherung gestiegen

Seniorengruppe: Zahl der Empfänger von Grundsicherung gestiegen

Foto: Matthias Hiekel/ picture alliance / dpa

Wiesbaden - Viele jüngere Menschen schieben das Thema Altersvorsorge vor sich her. Doch wie wichtig eine finanzielle Vorbereitung ist, zeigen aktuelle Daten. Immer mehr Rentner sind auf Grundsicherung angewiesen. Ende 2013 bezogen rund 499.000 Menschen ab 65 Jahren die Hilfe, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sind 34.500 (7,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. Vor allem westdeutsche Frauen benötigen demnach die Unterstützung, weil ihre Rentenansprüche nicht ausreichen.

Insgesamt sind drei Prozent aller über 65-Jährigen auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen. Das sind so viele wie nie. Die Grundsicherung im Alter entspricht etwa der Höhe der Hartz-IV-Zahlung. Das sind derzeit 391 Euro im Monat plus Miet- und Heizkosten.

Ende vergangenen Jahres bezogen der Statistik zufolge in Westdeutschland 36 von 1000 Frauen sowie 27 von 1000 Männern ab 65 Jahren Leistungen der Grundsicherung. Im Osten waren es dagegen nur 22 von 1000 Frauen sowie 20 von 1000 Männern.

Am stärksten verbreitet ist Altersarmut in den Ballungszentren. Spitzenreiter ist laut der Statistik Hamburg: Dort beziehen 6,8 Prozent aller über 65-Jährigen Sozialhilfe. Danach kommen Bremen (5,9 Prozent) und Berlin (5,8 Prozent).

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) forderte Reformen. "Wir dürfen nicht aus dem Blick verlieren, wie Altersarmut bekämpft und langfristig verhindert werden kann", erklärte der AWO-Vorsitzende Wolfgang Stadler. Um zu verhindern, dass bei immer mehr älteren Menschen die Rente nicht zum Leben ausreiche, müsse der Niedriglohnsektor eingedämmt und ein weiteres Absinken des Rentenniveaus vermieden werden.

mmq/dpa/AFP/Reuters
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