Nebenkosten von Immobilien SPD will Umlage der Grundsteuer auf Mieten verbieten

Künftig sollen allein Vermieter die Grundsteuer bezahlen - wenn es nach dem Willen der SPD geht. Fraktionsmanager Carsten Schneider fordert, dass Eigentümer die Abgabe nicht mehr auf die Mieten umlegen dürfen.

Mietshäuser in Hamburg
Marcus Brandt / DPA

Mietshäuser in Hamburg


Nachdem sich Bund und Länder auf Eckpunkte für eine Reform der Grundsteuer geeinigt haben, sollen Mieter vor möglichen Mehrbelastungen geschützt werden. Dies fordert der SPD-Finanzpolitiker Carsten Schneider. Der Fraktionsmanager sprach sich in der "Rheinischen Post" für eine Neuregelung aus, mit der die Grundsteuer künftig nicht mehr auf die Mietnebenkosten aufgeschlagen werden darf.

Nach der Vorstellung Schneiders soll zusätzlich zur Grundsteuerreform die Betriebskostenverordnung geändert und darin die Umlage der Grundsteuer auf die Mieten untersagt werden. Künftig solle die Abgabe allein vom Eigentümer getragen werden, forderte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion.

Damit reagierte Schneider auch auf eine Warnung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder vor steigenden Mieten durch eine höhere Grundsteuer. "Natürlich müssen wir Steuererhöhungen - und damit Mieterhöhungen - vermeiden. Denn die Grundsteuer wird sofort auf die Mieter umgelegt", hatte der CSU-Chef gesagt. Söder hatte sich zudem bei der Suche nach einem Kompromiss dafür ausgesprochen, vor allem großen Verwaltungsaufwand zu vermeiden: "Wir brauchen keine 2000 neuen Finanzbeamten nur für die Grundsteuer, das Geld würde ich lieber für Polizisten und Lehrer ausgeben."

Die Reform der Grundsteuer ist nötig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht die bisherige Ausgestaltung als verfassungswidrig verworfen hatte. Anfang Februar hatten sich Bund und Länder auf Eckpunkte geeinigt. Schon damals bewertete Söder dies allerdings kritisch. Nach dem Eckpunktepapier sollte ein Modell angestrebt werden, bei dem die Grundstückswerte, das Alter von Gebäuden und die durchschnittlichen Mietkosten herangezogen werden. Bayern hatte sich dagegen für eine möglichst unbürokratische Steuerberechnung nur nach Fläche starkgemacht.

Anmerkung der Redaktion: Carsten Schneider ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion und damit "Fraktionsmanager" - und nicht "Fraktionsvize", wie in einer früheren Version dieses Artikels zu lesen war.

fdi/dpa

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Seite 1
bierzelt 05.03.2019
1. Lösung ganz einfach
Hört auf, die Wohnungsbaugenossenschaften zu privatisieren und sozialen Wohnungsbau in private Hände zu legen. Was hier beklagt wird ist hausgemacht. Und ja, wir brauchen 2000 neue Lehrer und Polizisten sicher auch. Zusätzlich zu den eigentlich notwendigen 2000 Steuerfahndern.
Swift 05.03.2019
2. Falscher Weg
Die SPD will wohl mit aller Gewalt den Wohnungsbau zurückfahren. Ich muss mir wohl überlegen, meine beiden vermieteten Wohnungen (in denen ich selber mal gelebt habe) zu verkaufen und lege mein Geld besser im Ausland an.
cato. 05.03.2019
3.
Die SPD kann viel versprechen, am Ende werden die Mieter die zusätzlichen Kosten tragen müssen.
Baustellenliebhaber 05.03.2019
4.
Tolle idee, ich bin dafür das meine Steuern ab sofort nicht mehr auf Politiker umgelegt werden können.
freudentanz 05.03.2019
5. Wie soll das funktionieren?
Ich als Mieter sage dazu: Selten so etwas blödes von einem Finanzpolitiker gehört! Wie soll das überwcht werden? Unmöglich links von der Mitte zu wählen. Keine aber auch null Ahnung von der finanziellen Realität. Reine Effekthascherei. Auf gut deutsch: Lügen
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